In Eilmsen grasen die "Beatles" mit dem dicken Fell

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Für Romy, Zuchtbulle Carl und Sally gibt´s ein Brötchen von Stefanie Klaas.

Eilmsen – Mit den Haaren im Gesicht erinnern sie unwillkürlich an die frühen Beatles. Die Schottischen Hochlandrinder auf den Weiden von Stefan Bielefeld in Eilmsen ziehen die Blicke auf sich. Zottiges dickes mittelbraunes Fell und lange Hörner sind ihr Markenzeichen und dass die Augen zumeist von Haaren verdeckt sind. 

Mit den langen spitzen Hörnern wirken die relativ kleinen Rinder durchaus gefährlich, doch Züchter Stefan Bielefeld, sein Sohn Nico und Lebensgefährtin Stefanie Klaas sowie Großvater Wilhelm Bielefeld, die die Tiere versorgen, wissen, dass die Rinder lammfromm sind. „Aufpassen muss man aber schon, denn manchmal schwenken sie heftig den Kopf, um Fliegen oder Bremsen zu vertreiben“, verrät der Rinderzüchter aus Passion. 

Im Hauptberuf arbeitet Stefan Bielefeld als Systemadministrator bei der auf Gemüsesaatgut spezialisierten Firma Rijk Zwaan in Welver, daneben ist er auch noch als Fachkraft im Agrarservice beim Lohnunternehmen Guido Helmig in Vellinghausen tätig. Und ehrenamtlich aktiv ist er auch noch, als Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Welver. Seit 2017 hat er den Job eines Nebenerwerbs-Landwirts aufgenommen, und das liegt allein an seiner Liebe zu den Hochlandrindern. 

„Die schönen Tiere hatten es mir schon als Kind angetan“, verrät Stefan Bielefeld. Als sich 2017 die Gelegenheit bot, einige Pachtverträge ausgelaufen waren und so Weiden verfügbar wurden, kaufte er zwei Mutterkühe und Kälber von einem befreundeten Züchter aus Scheidingen.

Dabei sollte es nicht bleiben, denn als dieser die Zucht der Hochlandrinder 2018 aufgeben wollte, übernahm Stefan Bielefeld einen Bullen und sechs weitere Rinder. Die grasen jetzt auf seinen Weiden rund um den Bauernhof an der Brauckstraße in Eilmsen.

„Die Rasse gefällt mir so wegen des urtypischen Aussehens“, erzählt Bielefeld, und dass die Schottischen Hochlandrinder auch im Naturschutz eingesetzt werden. Sie können als robuste Rinderrasse das ganze Jahr über draußen bleiben und brauchen kein Kraftfutter, weil sie nicht gemästet werden, sondern das Fleisch langsam wächst und sehr kurzfaserig ist. 

„Mit ihrem dicken Fell können die Tiere auch im Winter draußen bleiben, dafür haben wir dort Bäume oder wir haben Unterstände gebaut“, so Stefan Bielefeld. Und sie werden natürlich mit Wasser versorgt. „Probleme haben die Schotten allenfalls bei Sommerhitze“. Der Tierarzt komme nur ab und zu zur Blutprobe. Außerdem beweideten Hochlandrinder ihre Flächen mit absoluter Konsequenz, selbst Disteln, Sträucher und Brennnesseln werden gefressen, so wird auch eine zugewachsene Weide schnell in Ordnung gebracht. Im Winter werden Heu oder Grassilage, Möhren und rote Beete zugefüttert. 

Natürlich will der Züchter auch von seinem Vieh profitieren. So wird auf den Weiden auch ab und an ein Tier geschossen. Dafür hat Stefan Bielefeld nach langem Procedere eine Weideschussgenehmigung erlangt. So können die Tiere ohne Stress getötet werden. Geschlachtet wird dann beim Metzger Ernst Alfred Kleeschulte in Lippetal-Hovestadt. 

„Das Fleisch ist etwas süsslicher als das normale Rindfleisch“, beschreibt Stefan Bielefeld den Geschmack und lobt dabei die Zartheit des Produkts, das er in Direktvermarktung ab Hof verkauft. Dabei ist es bei den Kennern so beliebt, dass er nicht einmal Werbung braucht. „Das läuft von alleine, unsere Kunden sind sehr zufrieden“, bestätigt auch Stefanie Klaas. 

Zurzeit besitzt Familie Bielefeld 15 Tiere, die auf rund neun Hektar Weideland grasen. Gerne würde er noch etwas Grünland dazu pachten, um die Herde zu vergrößern. Sicher ein Vorhaben, das in die Landschaft passen würde, denn die zottigen Schotten sind ja eine sehenswerte Attraktion in der Umgebung.

Quelle: Soester Anzeiger

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