Illingen: Drei Monate nach dem Sturm

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Alfred Hagedorn junior steht am Tag des Sturms zwischen den Fundamenten des zerstörten Gartenhauses und dem abgedeckten Taubenhaus.

Illingen - Vor drei Monaten fegte eine Windhose über Illingen hinweg und richtete immensen Schaden an. Gemeinsam mit Ortsvorsteher Helmut Peters hat der Anzeiger zwei der damals Betroffenen besucht.

Noch immer sind nicht alle Schäden beseitigt. Und auch bei den Schützen steht noch die Antwort auf die Frage aus, wo sie denn im August Schützenfest feiern wollen. Denn die idyllische Lichtung in Sterthoffs Wald, wo früher die Vogelstange stand, gibt es nicht mehr. 

„Glück gehabt im Unglück“, das sagt sich Illingens Ortsvorsteher Helmut Peters. Er war am frühen Morgen des 18. November 2016 mit seiner Hündin „Amy“ in den Feldern nordwestlich des kleinen Dorfes beim Frühspaziergang unterwegs, als er einen tosenden Donner wie aus einem Düsenflugzeug vernahm. Dann zwei, drei Sekunden Windstille und die Hölle brach aus. Ein Tornado zog über Sterthoffs Wald quer durch das Dorf, riss in einer Breite von rund 200 Metern alles mit sich, was nicht niet- und nagelfest war. 

Helmut Peters kauerte mit Hund an am Gatter

Helmut Peters schützte seinen Hund und sich selber, indem er sich an das Gatter einer Viehweide kauerte. Kaum 150 Meter weiter brauste der Sturm über das Dorf und verursachte erhebliche Schäden. 

Drei Monate später steht Alfred Hagedorn senior gemeinsam mit Ortsvorsteher Helmut Peters an selber Stelle. Das Gartenhaus war nicht mehr zu retten, das Taubenhaus ist inzwischen wieder eingedeckt und repariert.

Alfred Hagedorn senior von der Illinger Straße hatte es am 18. November besonders hart getroffen. Ein Gartenhaus hatte der Wind vom Sockel in die Luft gesaugt und total zerlegt im Garten wieder ausgespuckt. Das Dach des Taubenhauses wurde weitgehend abgedeckt und auch das Wohngebäude erlitt schwere Dachschäden. Die Schlimmsten hat Illingens Dachdecker Stefan Krebeck schon behoben, doch da er auch andere Sturmschäden im Dorf bearbeiten muss, ist am First noch einiges offen geblieben. Das Taubenhaus ist aber schon wieder gut bedeckt, das Gartenhaus hingegen war nicht mehr zu reparieren und wurde daher aufgegeben. 

"Inzwischen hat die Versicherung gezahlt"

„Inzwischen hat auch die Versicherung gezahlt“, freut sich der Nachbar Bernhard Vollmer, dass seine Dachschäden inzwischen behoben sind. An seinem Gebäude-Komplex hatte der Tornado das Alu-Wellblechdach vom Pferdestall abgerissen, gegen den Dachfirst geschleudert und auf den vor dem Haus geparkten Wagen fallen lassen. Außerdem wurden Eternit-Dachplatten losgerissen und zerstört. Auch die werden nach und nach ersetzt.

„Der größte Schaden ist allerdings wohl eher nicht im Dorf, sondern in Sterthoffs Wald entstanden“, bilanziert Ortsvorsteher Helmut Peters die Folgen des Tornados. Seine Frau habe bei 150 abgebrochenen Bäumen dort aufgehört zu zählen. Peters schätzt, das zwei Drittel der Bäume in dem Wäldchen abgebrochen sind oder wegen großer Schäden gefällt werden müssen. 

Das deckt sich mit den Berichten des Besitzers Ulrich Sterthoff: Von einst 1,5 Hektar Eichenwald stehe nur noch knapp ein halber Hektar in Richtung Bewerbach. Neben den Eichen standen dort früher auch Pappeln und Buchen. Das Holz liegt nun zum Abtransport und zur Vermarktung bereit, der Wirtschaftsweg zwischen Illingen und Wambeln ist seit dem Unwetter gesperrt. „Ich denke, dass Ende des Monats die ersten Stämme abtransportiert werden“, meint Sterthoff. Eine Wiederaufforstung ist geplant. Doch bis der Wald als solcher zu erkennen ist, werden mindestens 25 Jahre ins Land ziehen. 

Schützen suchen nach Alternative fürs Vogelschießen

Die Lichtung, auf der die Illinger Schützen ihr Vogelschießen veranstalteten gibt es nicht mehr. Die durch den Sturm ebenfalls beschädigte Vogelstange ist inzwischen abgebaut. Der Ortsvorsteher weiß noch nicht, wo das Schießen am ersten August-Wochenende stattfinden wird. So geht es auch Schützen-Major Christoph Stratmann: „Die Überlegungen sind noch nicht abgeschlossen.“ Seit der Gründung des Vereins 1951 sei im Wäldchen geschossen worden, so Stratmann. „Es ist wirklich schade. Es war immer sehr schön, unter den alten Buchen und Eichen bis in die Nacht zu feiern.“ Sicher sei zurzeit nur eins: „Ein Schützenfest wird es auf jeden Fall geben.“

Quelle: Soester Anzeiger

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