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Dirk Meiberg mit der Neven-Subotic-Stiftung unterwegs für sauberes Wasser

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Von: Dirk Wilms

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Dirk Meiberg (2.von links), Unternehmer aus Flerke, war mit Neven Subotic (links) unterwegs in Kenia.
Dirk Meiberg (2.von links), Unternehmer aus Flerke, war mit Neven Subotic (links) unterwegs in Kenia. © Patrick Temme

Wenn Dirk Meiberg es sich daheim in Flerke gemütlich macht, weiß er sehr zu schätzen, welchen Komfort er und seine Familie genießen können. Denn dem Unternehmer wurde einmal mehr offenbart, wie die Kehrseite der Medaille aussehen kann.

Flerke - „Es ist schon krass, wenn man mit der globalen Ungerechtigkeit so konfrontiert wird“, hat er als Botschafter der Neven-Subotic-Stiftung erfahren, als er jetzt mit einer 20-köpfigen Delegation einige Projekte in Kenia besuchte, die von der Stiftung des ehemaligen Dortmunder Borussen-Profis finanziert wird.

Der Logistiker, der seit Jahren im Welveraner Ortsteil beheimatet ist, war acht Tage in dem ostafrikanischen Land unterwegs. Dorthin und nach Tansania ist die Stiftung ausgewichen, nachdem ihr Tätigkeiten in Äthiopien durch den Bürgerkrieg im Tigray-Gebiet quasi zum Erliegen gekommen sind. Dorthin hatte Dirk Meiberg vor fünf Jahren die erste Expedition unternommen, um sich vor Ort vom Wirken der Stiftung zu überzeugen.

Klares, frisches Wasser für die Bevölkerung – das haben sich Neven Subotic und seine Mitstreiter zum Ziel gesetzt und auch an vielen Orten in Ostafrika schon in die Tat umgesetzt. So funktionieren laut Meiberg auch diejenigen Brunnen, die die Firma Rest als Kooperationspartner der Stiftung in Äthiopien gebohrt hat. An einen weiteren Ausbau der dortigen Projekte ist aber wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen nicht zu denken.

Also jetzt Kenia. „Das ist ein ganz anderes Land“, erklärt Meiberg. „In Äthiopien gibt es nur Staub und Steine. Kenia hingegen ist grün und es gibt viele wilde Tiere“, erzählt der Unternehmer. So ist ihm der Schreck in die Glieder gefahren, als direkt neben ihm eine Hyäne aus einem Gebüsch hervorkam. „Wir durften auch nicht abends allein vor die Tür“, war ihm zufolge höchste Vorsicht geboten.

Er und seine Mitreisenden hätten sich ansonsten in Gefahren begeben, denen die Menschen im südöstlichen Teil Kenias tagtäglich ausgesetzt sind. Vier Stunden Autofahrt von der Hauptstadt Nairobi entfernt liegt Narok, von wo aus die Delegation der Stiftung anderthalb weitere Stunden zurücklegte, um an die Orte zu gelangen, wo die Wasserversorgung für das Volk der Massai aufgebaut wird.

Bislang war es Aufgabe der Kinder, die aus einem Umkreis von zwölf Kilometern zu ihrer Schule laufen müssen, ihr Wasser selbst aus einem Wasserloch zu holen, das bis zu einer Stunde Fußmarsch weit entfernt ist. „Das Wasser muss aber abgekocht werden“, weiß Meiberg um die schlechte Qualität der in Kanistern transportierten Brühe.

Das geschieht über einer Feuerstelle, die mitten in den fensterlosen Hütten vor sich hin glimmt. Eine miserable Luft herrscht so in den Hütten, die als Küche und Schlafraum zugleich dienen. Betten sind dabei Fehlanzeige. „Da gibt es Mulden im Boden“, hat der Familienvater aus Flerke gesehen, unter welch extrem ärmlichen Verhältnissen die Menschen leben.

Und unter welch üblen hygienischen Bedingungen, was eine extrem niedrige Lebenserwartung der Menschen mit sich bringt. „Der Tod ist dort allgegenwärtig“, berichtet Meiberg von einer hohen Kindersterblichkeit. „Viele Kinder erkranken an Cholera. Entweder sie werden von alleine wieder gesund oder sie sterben“, ist die medizinische Versorgung ebenfalls katastrophal.

Die hohe Sterblichkeit hat auch mit den menschlichen Hinterlassenschaften zu tun. „Da werden Löcher gebuddelt und, wenn sie voll sind, zugeschüttet“, hatte er Gerüche in der Nase, die zum Schlimmsten gehören, was er jemals gerochen hat.

Genau da setzt das Projekt an, das von der Neven-Subotic-Stiftung finanziert wird. In Kooperation mit dem Partner Amref werden Brunnen gebohrt und sanitäre Anlagen errichtet. „Es ist ein toller Moment, wenn das Wasser wie eine Fontäne in die Höhe schießt“, waren Meiberg als Botschafter der Stiftung und die Spender dabei, als in einem Dorf die Wasserader angezapft wurde.

„In Äthiopien musste 60 Meter tief gebohrt werden, in Kenia bis zu 200 Meter“, weiß der Fleker um die Herausforderungen. Das Wasser wird über eine elektrische Pumpe nach oben gefördert, die durch eine Solaranlage auf dem Dach mit Strom versorgt wird. Daher kann nur tagsüber gepumpt werden. Es werden pro Stunde bis zu 10000 Liter gefördert. Das Wasser gelangt in einen ebenso großen Tank, wird auch über unterirdische Rohre in die Umgebung befördert. „So werden bis zu 5000 Menschen versorgt.“

Und es werden Toilettenanlagen gebaut mit Deckeln, um die Gerüche zu absorbieren. Die Fäkalien landen in einem Tank, werden regelmäßig abgefahren und andernorts zu Düngemitteln verarbeitet. Es gibt Kabinen mit Waschgelegenheiten und eine Umkleide für die Mädchen und Frauen.

So trägt die von Dirk Meiberg unterstützte Stiftung dazu bei, die Not der Menschen in dieser abgelegenen Gegend Kenias zu lindern. Unterstützung von staatlicher Seite gibt es nicht; daher hat die Stiftung einen Experten in Vollzeit angestellt, der die Projekte koordiniert. Im Herbst wird eine Delegation Projekte in Tansania besuchen; dann ist aber ein anderer Botschafter mit auf der Reise.

Meiberg bleibt als einem von insgesamt 14 Botschaftern die Aufgabe, als Bindeglied zwischen Stiftung und Spendern zu fungieren und die Trommel zu rühren für die so wichtige Aufgabe, die Bevölkerung in Ostafrika mit sauberem Wasser zu versorgen.

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