Corona verdirbt vielen Brautpaaren die Feier

Viele kirchliche Trauungen wurden 2020 verschoben, doch die neuen Termine stehen auch schon unter Vorbehalt

Hochzeiten unter den Einschränkungen von Corona: Vielen Brautpaaren passt das nicht, sie haben zumindest die kirchliche Trauung verschoben.
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Hochzeiten unter den Einschränkungen von Corona: Vielen Brautpaaren passt das nicht, sie haben zumindest die kirchliche Trauung verschoben.

Welver – Eine Hochzeit ohne große Feier, das kommt für viele nicht in Frage. Wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben im vergangenen Jahr viele Brautpaare umdisponiert. Allerdings muss dabei differenziert werden: Standesamtliche Trauungen wurden nur in geringer Zahl verschoben, kirchliche Trauungen, die oft den Auftakt für das nachfolgende rauschende Fest bilden, waren jedoch in erheblicher Zahl betroffen.

Die Zahlen für die Kommune hat Bürgermeister Camillo Garzen parat: 2018 gab es beim Standesamt Welver 65 Eheschließungen, 2019 waren es 45 und 2020 immerhin 49. „Trotz Corona sind die Zahlen doch relativ gleich geblieben, es haben nur einige wenige Paare abgesagt“, berichtet Garzen.

Anders sieht die Sache bei den kirchlichen Trauungen aus. So erläutert Pfarrer André Aßheuer von der katholischen Kirchengemeinde: „In St. Maria Welver hätte ich 2020 zwölf Trauungen gehabt. Davon wurden elf aus bekannten Gründen abgesagt und auf neue Termine zwischen Mai und Juli 2021 verschoben.“ Stattgefunden habe nur eine Trauung, die ohnehin im engsten Familienkreis stattfinden sollte. Zudem taucht sie in der Statistik der Kirchengemeinde nicht auf, weil Aßheuer diese Vermählung in einem benachbarten Gotteshaus außerhalb Welvers vollzogen hatte.

Seitens der Pfarrei könnten Trauungen nach jetzigem Stand in 2021 stattfinden, so der Pfarrer: „Aber ob die Paare mit immerhin noch präsenten Beschränkungen feiern wollen, bleibt abzuwarten. Da bin ich sehr gespannt. Manche haben um genau 365 Tage verschoben.“

Ähnlich sieht die Lage in der evangelischen Kirchengemeinde Niederbörde aus. Pfarrer Karl-Heinz Klapetz selbst hat lediglich zwei Trauungen vollzogen, die letzte mit nur 25 Teilnehmern, alle mit Mundschutz. Solche Begleitumstände waren vielen Hochzeitspaaren nicht recht, aufschieben war angesagt. Lediglich drei Trauungen seien im Oktober in der Gemeinde Niederbörde durchgeführt worden, berichtet Gemeindesekretärin Helga Kruse: „Es haben viele auf ‘21 verschoben, da müssen wir jetzt sehen, was wir davon halten können.“

Viele wünschen sich das volle Programm mit Musik und Einzug in die Kirche.

Pfarrer Werner Vedder

Pfarrer Werner Vedder weist noch auf andere Aspekte hin: „Einerseits finden die Brautleute keine Lokale, in denen sie feiern können, viele wünschen sich andererseits das volle Programm mit Musik und Einzug in die Kirche.“ Immerhin sei die Feier für viele auch ein Weg, um das gemeinsame Eheglück öffentlich kundzutun.

Demgegenüber sind die standesamtlichen Trauungen oft nüchterner, und bisweilen eher aus steuerlichen Gründen terminiert. Doch auch diese Hochzeiten wollen vollzogen sein und dafür sieht sich das Standesamt Welver gut gerüstet. Nach erfolgreichem Bestehen der Standesbeamtengrundschulung in Bad Salzschlirf wurde Nils Manske zum 1. Dezember ebenfalls zum Standesbeamten bestellt. Bei Bedarf könne er künftig als Vertretung von Standesbeamtin Kerstin Hesse tätig werden, so Bürgermeister Garzen. Aktuell könnten vier Mitarbeiter aus dem Rathaus Trauungen vollziehen, es sei allerdings wichtig, sich für die Zukunft aufzustellen. Viele weitere Aufgaben im Standesamt wie Geburten oder Sterbefälle liefen eher im Hintergrund.

Trauungen an Samstagen

Samstagstrauungen werden 2021 in Welver noch angeboten am 13. Februar, 20. März, 10. April, 8. Mai, 12. Juni, 17. Juli, 21. August, 11. September, 16. Oktober, 13. November und 11. Dezember. Für die Terminvergabe können sich Heiratswillige direkt mit dem Standesamt Welver in Verbndung setzen. Ansprechpartnerin im Rathaus ist Kerstin Hesse, Telefon 02384/51214, E-Mail k.hesse@welver.de. 

Trauungen sind demgegenüber oft eine auch öffentlich wahrgenommene Angelegenheit, und auch in 2021 bietet die Gemeinde Welver monatlich besondere Termine an Samstagen an. In den einschlägigen Monaten, wenn das Sommerwetter Feiern begünstigt können bis zu fünf Trauungen an einem Tag vorkommen. „Da kommen wir den Leuten so weit wie möglich entgegen“, sagt Garzen. Dies gilt auch bezüglich der Örtlichkeiten. Neben dem Trauzimmer, vor zwei Jahren frisch renoviert, sind Eheschließungen im Loh-Hof, im Bernhardhaus oder im Heimathaus möglich. An einem dieser Orte wird übrigens auch der frisch gebackene Standesbeamte Nils Manske bald „seine“ erste Trauung vollziehen. Sicher ein bisschen aufgeregt, aber er freut sich drauf.

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