Carsharing

Das Autoteilen bleibt in Welver schwierig

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Sie sind bereits überzeugt vom Carsharing. Alicia Sommer und Camillo Garzen vor Welvers Mietauto, für dessen Vorzüge die beiden mehr denn je werben wollen.

Das mit dem Autoteilen kommt in Welver, aber auch sonst in ländlichen Gegenden nicht in die Gänge. Statt mehr Leute für das Carsharing begeistern zu können, erleben die Macher wegen Corona und dem verstärkten Zu-Hause-Bleiben gerade einen Rückschlag. Doch sie geben nicht auf.

Welver -- Rathaus-Chef Camillo Garzen geht mit gutem Beispiel voran. Als er dieser Tage zur Bürgermeister-Konferenz losmusste, nahm er weder den eigenen Wagen noch den Zug. Sondern den Ford-Fiesta, der am Kreisel an der Bahnhofstraße nahe des Rathauses für jedermann bereit steht. Wer immer ein Auto stunden- oder tagesweise mieten will, kann sich hier bedienen und am Ende der Tour das Auto  hier auch wieder abgeben. Ohne große Formalitäten, vor allem ohne selber ein Auto besitzen und dafür jede Menge  laufende Kosten aufbringen zu müssen.

Jochen Bock, Chef des Soester Autohauses „Ford Center“ und Freund der Idee des Autoteilens, hat vor zwei Jahren den Versuch gewagt: In Soest, in Sassendorf und in Welver. Richtig gut und ertragreich läuft es nirgendwo, aber in Welver braucht man noch nicht mal die Finger an beiden Händen, um die wöchentlichen Fahrten abzuzählen.

Komischerweise wird über Carsharing in Welver immer dann geredet, wenn gerade das Auto nicht auf seiner Parkposition steht, wie letztens, als ein Modellwechsel anstand. „Im Augenblick ist gerade nicht viel los“, sagt Jochen Bock, das hänge nicht nur an Corona, aber eben auch. Der Autohändler spricht vom „Experimentier-Stadium“. Von den Umsätzen könnte er nicht leben. Doch er sehe sich auch in einer „gewissen Loyalität gegenüber der Gemeinde“.

Noch haben die Akteure Geduld

In der Tat: Bei den Verantwortlichen hier fällt die Idee auf fruchtbaren Boden. Nicht nur bei Tim-Fabian Römer von der BG, der die Idee mit dem Autoausleihen vor zweieinhalb Jahren ins Spiel gebracht hat und davon überzeugt ist, es sei einfach noch nicht genug getrommelt worden für das Projekt. Auch Welvers neuer Bürgermeister Garzen lässt kaum eine Gelegenheit aus, im Kollegenkreis fürs Carsharing zu werben oder gleich selber einzusteigen.

Doch Garzen macht sich nichts vor. „Die schwierige Thematik war abzusehen.“ In Metropolen laufe Carsharing wie geschnitten Brot, nicht aber auf dem flachen Land. Vor allem die Verknüpfungen fehlen hier: Wer sollte schon in Illingen, Flerke, Schwefe oder Berwicke auf die Idee kommen, sich erst einmal aufs Rad zu schwingen oder womöglich zu Fuß zu laufen, um dann in Welvers Banhnhofstraße mit einem Mietwagen durchzustarten – und abends die gesamte Nummer noch mal in umgekehrter Reihenfolge auf sich zu nehmen?!

Schwacher Lichtblick: Bis vor gut einem Jahr zeichnete sich in Welver ein leichter Trend ab zu mehr Autoteilerei. Doch dann kam Corona, und das zarte Pflänzlein ging gleich wieder ein.

So hoffen sie in Welver gleich auf Zweierlei: Möge die Seuche alsbald ausgestanden sein, und möge das Carsharing auf Touren kommen. Noch sind Geduld und Zuversicht vorhanden.

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