Bushaltestellen in Welver künftig barrierefrei

Das Ein- und Aussteigen leichter gemacht

Auch vor der Grundschule in Borgeln wird die Bushaltestelle erneuert.
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Auch vor der Grundschule in Borgeln wird die Bushaltestelle erneuert.

Der allergrößte Teil der Fahrgäste in den Bussen der Regionalverkehr Ruhr-Lippe (RLG), die in der Gemeinde Welver unterwegs sind, hat noch längst keinen Führerschein. Schulkinder nutzen den öffentlichen Nahverkehr, um morgens zur Schule zu kommen und mittags oder nachmittags wieder zurück. Erwachsene Fahrgäste sind eher die Ausnahme auf den Landstraßen der Niederbörde; sie nutzen – wenn irgendwie möglich – das eigene Auto.

Welver - Um die RLG-Busse auch für diese Altersgruppe attraktiver zu machen, damit einen Beitrag zum Abmildern des Klimawandels zu leisten, sind viele Maßnahmen notwendig. Dazu gehört auch die Umgestaltung der Bushaltestellen. So haben im vergangenen Jahr Umbauarbeiten begonnen, um gleich eine ganze Reihe von Haltepunkten im Gemeindegebiet barrierefrei zu gestalten.

An drei Stellen sind die neuen Bushaltestellen nahezu fertig. So wurden die Tiefbauarbeiten in Borgeln, Dinker und Vellinghausen abgeschlossen. Dabei wurden sogenannte taktile Bodenplatten verlegt, die Blinden und Sehbehinderten eine leichtere Orientierung ermöglicht. Wie von der Pressestelle der RLG in Brilon zu erfahren war, dienen die Bodenplatten mit Längsrillen dazu, diesen Personen den Weg zum Einstieg in den Bus zu weisen. An den Bodenplatten mit Noppen soll der Einstieg erfolgen können.

Und zwar wesentlich bequemer als bisher. So ist der Bordstein an der Haltestelle so erhöht, dass es für gehbehinderte Personen leichter ist einzusteigen. Rollator- oder gar Rollstuhlfahrern wird gar erst auf diese Weise ermöglicht, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Die neuen Bushaltestellen werden zudem mit gläsernen Wartehäuschen ausgestattet. Zwar gibt es Stimmen in den Dörfern, die für den Erhalt der zum Teil in Fachwerk errichteten alten Häuschen plädieren. Doch gibt es da von der RLG eine klare Aussage: „Unsere Fahrer können die Fahrgäste besser sehen, wenn sie bei Regenwetter in den Glashäuschen warten.“

Wegen Lieferproblemen des Herstellers fehlen in den schon aufgestellten Häuschen in Borgeln, Dinker und Vellinghausen noch die Glaswände. Auch sind die Vitrinen mit den Fahrplänen, die von der RLG aufgestellt werden, noch an den alten Standorten. Das ist aber nur eine Frage von Tagen, bis dies erledigt ist.

Die Gemeinde Welver hatte für den barrierefreien Ausbau der Haltestellen einen Förderantrag beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) gestellt, der bewilligt wurde. „Für die drei Wartehallen wurden zuwendungsfähige Gesamtausgaben in Höhe von 77 600 Euro ermittelt. Bei einer Förderung von Prozent erhielt die Gemeinde einen Zuwendungsbescheid von 69 800 Euro“, erläuterte Detlev Westphal, Bauamtsleiter der Gemeinde Welver.

Gefördert werden ihm zufolge auch die Neupflasterungen der Haltestellen und die damit verbundenen Erweiterungen einiger Haltestellen, damit sie den heutigen Mindestmaßen entsprechen. Ein unverzichtbares Angebot sind auch die Sitzmöglichkeiten, die zur Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs beitragen sollen. „Die Aufenthaltsqualität und das subjektive Sicherheitsgefühl werden durch die neu erbauten Haltestellen deutlich verbessert“, betont Westphal.

Insgesamt sollen sieben Buswartehallen errichtet werden. Noch in diesem Jahr wird die Haltestelle am Rathaus an beiden Seiten der Bahnhofstraße im Zentralort ausgebaut. Das gilt auch für die Haltestelle an der Bernhard-Honkamp-Grundschule. Der Förderantrag hierfür ist in Bearbeitung und wird noch im Mai 2021 dem NWL zur Bewilligung vorgelegt. Für das Jahr 2022 stehen zwei weitere Haltestellen in Scheidingen und Schwefe auf dem Plan.

Im Fall der Haltestelle Flurstraße in Dinker (Linie 626) hatte sich die Gemeindeverwaltung gegenüber der RLG erfolgreich dafür eingesetzt, dass sie sowohl als Ein- als auch Ausstieg genutzt werden kann. Die Anfahrt der Haltestelle wird dann nicht mehr über die Straße Oitrup, sondern über die Feldstraße erfolgen. „Die RLG hat zugesichert, dass die Änderung zum neuen Schuljahr umgesetzt wird“, ließ Alicia Sommer von der Gemeindeverwaltung wissen.

Im Falle der Haltestelle Brauckstraße in Vellinghausen war eine Verlegung notwendig geworden. Die alte Position zwischen der östlichen Einmündung des Schmielenkamps und der Vellinghauser Straße war zu unübersichtlich. So wurde auch auf Initiative von Ortsvorsteher Frank Luckow dafür gesorgt, dass eine Verlegung zur westlichen Einmündung des Schmielenkamps in die Brauckstraße erfolgen konnte.

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