Schild und Stacheldraht reichen nicht

Abkürzen über Gleise am Haltepunkt Welver soll schwieriger werden

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Welver – Noch ist er nicht da, der neue Bahnhof, dessen Bahnsteige in einigen Jahren bequem und ohne Treppen zu erreichen sind. Und so liegt die Versuchung weiterhin nahe, mal schnell über die Gleise zu hüpfen, um den Umweg durch den Tunnel zu umgehen. 

Besonders Schüler nutzen diese Abkürzung immer wieder – und das mittlerweile schon seit Generationen. Bürgermeister Uwe Schumacher: „Wir haben dies bereits als Problem erkannt. Die vorhandene Abgrenzung soll durch den Bauhof optimiert werden. Das verhindert, dass Jugendliche vermehrt die Schienen widerrechtlich überqueren, um so den dem kürzesten Weg zu den Gleisen zu nehmen.“ Diese Maßnahmen würden in enger Abstimmung mit der Bundespolizei in Münster stattfinden, so Schumacher. 

Bisher sind die Hindernisse eher bescheiden. So ist beispielsweise an der Ladestraße an einem der Schleichwege ein Stück Stacheldraht in Kniehöhe gespannt. Zusätzlich warnt ein Schild vor dem Betreten der Gleise. Das eingetretene Pättken zeigt deutlich, dass diese Warnung nicht allzu ernst genommen wird. 

"Jeder Unfall ist einer zu viel"

Sollte sie aber. Denn das Überqueren ist lebensgefährlich. Die Züge sind nahezu lautlos und oft schnell unterwegs, ihre Entfernung kaum einzuschätzen. Markus Krittian, Eisenbahnbetriebsleiter bei der DB Netz AG, betont auf der Bahn-Homepage: „Jeder Unfall ist einer zu viel – und durch das Befolgen einiger einfacher Regeln zu vermeiden.“ 

DB AG und Bundespolizei engagieren sich bereits seit Jahren, um Unfälle zu verhindern. Unter anderem durch Kontrollen. Der Bedarf ist groß: Allein in den vergangenen fünf Jahren ereigneten sich bei der DB AG hunderte Unfälle durch unerlaubtes Betreten der Gleise. Weitere etwa 80 Unfälle passierten im gleichen Zeitraum durch Klettern auf Waggons oder Strommasten.

Relativ neuer und höchst gefährlicher Trend

Denn – und das ist ein relativ neuer Trend – immer mehr Jugendliche nutzen die Bahnanlagen, um möglichst spektakuläre Selfies zu machen, die dann in sozialen Netzwerken gepostet werden. Ein teurer Spaß – abgesehen von der Gefahr für Leib und Leben: Das unerlaubte Betreten von Bahn- bzw. Gleisanlagen ist verboten und kann eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro nach sich ziehen. Bei einer konkreten Gefährdung des Eisenbahnbetriebs kann ein solcher Eingriff auch als Straftat mit einer Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren geahndet werden. Auch Schadensersatzforderungen der Bahn bzw. Regressforderungen von Reisenden können erhoben werden. 

Also: Besser noch ein paar Jahre den langen Weg nehmen und Fotos an sicheren Plätzen machen.

Quelle: Soester Anzeiger

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