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Verzögerungen bei der Deutschen Bahn

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Von: Dirk Wilms

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Entlang der Straße Im Mühlenfeld westlich vom Ortsausgang von Welver ruhen derzeit die Arbeiten an der Lärmschutzwand.
Entlang der Straße Im Mühlenfeld westlich vom Ortsausgang von Welver ruhen derzeit die Arbeiten an der Lärmschutzwand. © Dirk Wilms

Es tut sich momentan nichts in Sachen Lärmschutz an der Bahnstrecke in Welver. Seit Wochen ruhen die Arbeiten an der Wand entlang der Straße „Im Mühlenfeld“ in Verlängerung der Luisenstraße. Eine lange vor Weihnachten geplante Sperrung der Straße, die bei Fortsetzung der Arbeiten notwendig gewesen wäre, wurde längst wieder aufgehoben. Ein Bahnsprecher erklärt auf Anfrage dieser Zeitung die Hintergründe.

Welver - „Während der Arbeiten an den Lärmschutzwänden haben die Baufachleute im Boden teilweise große Betonreste und Kabel vorgefunden. Diese waren in den vorliegenden Plänen nicht vermerkt. Dadurch war die Gründung von Lärmschutzwänden nicht wie geplant möglich“, erklärt er. In einem ersten Schritt habe die DB bereits die ersten Kabel verlegt und Betonreste entfernt.

Doch sei aufgrund dieser nicht vorhersehbaren Gegebenheiten eine zeitintensive Umplanung des Bauablaufs notwendig. Hierfür seien weitere Gleissperren notwendig, um die Arbeiten fortzusetzen. Aus diesem Grund sei auch die Straßensperrung vorerst aufgehoben worden. Aktuell plane die Bahn, die Restarbeiten im Laufe des Jahres abzuschließen.

Schon in den vergangenen Monaten hatte die Bahn im Rahmen des freiwilligen Lärmsanierungsprogramm des Bundes in Welver zwei Lärmschutzwände gebaut. So stehen bereits die Wände entlang der Bahnstrecke zwischen Soest und Hamm ab Höhe Aldi an der Ladestraße über den Bahnhof Welver hinaus.

Wann die Bahn die Station Welver im Rahmen der Modernisierungsoffensive 3 barrierefrei umbauen und mit zwei Außenbahnsteigen versehen wird, bleibt indes abzuwarten. Dem Bahnsprecher zufolge bereitet die DB aktuell die Genehmigungsunterlagen vor. Voraussichtlich im Frühjahr werden diese beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eingereicht. Dieses Verfahren endet mit Erteilung des Baurechts durch das EBA.

Wann das Baurecht vorliegt, kann die DB derzeit nicht sagen. Parallel dazu ermittelt die Bahn passende Sperrpausen – also Zeiträume, in denen kein Zug fährt und die Arbeiten stattfinden könnten. Daher kann die DB zum jetzigen Planungsstadium noch keine Bauzeiträume nennen, so der Sprecher.

Im März vergangenen Jahres war noch die Rede davon, dass bis 2026 der Umbau abgeschlossen sein soll, was einen Baubeginn in 2025 erforderlich machen würde. So äußerten sich Vertreter der Bahn vor der Welveraner Politik. Auch hieß es damals, dass die Unterlagen beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht würden.

Das ist aber offenkundig in den vergangenen zehn Monaten nicht geschehen. Vielmehr muss die Bahn jetzt augenscheinlich berücksichtigen, dass nur wenige Kilometer weiter in Westtünnen ein ganz neuer Bahnhaltepunkt errichtet werden soll. Das gilt es, zeitlich miteinander zu koordinieren, um nicht über Jahre die Strecke sperren zu müssen.

Die Planungen sehen vor, dass die 40 Stufen hohe Treppe zum Mittelbahnsteig dann der Vergangenheit angehört. Denn die Zuwegung erfolgt zukünftig durch eine neue Personenunterführung von der Ladestraße aus mit Anschluss an eine Rampe. Auch vom bereits bestehenden Parkplatz am Ostbusch soll die Personenunterführung erreichbar sein.

Statt des heutigen Mittelbahnsteigs wird es zwei Außenbahnsteige mit einer jeweiligen Länge von 185 Metern und einer Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern geben. Dadurch entsteht ein barrierefreier Zustieg in die Züge. Es wird eine barrierefreie Verbindung der Außenbahnsteige am östlichen Bahnsteigende mittels des neuen Tunnels geschaffen, ebenso eine barrierefreie Anbindung des neuen Tunnels zu den Bahnsteigen mittels Rampen.

Auf den beiden Bahnsteigen wird die Ausstattung mit Sitzbänke und Vitrinen ergänzt, eine neue Beleuchtung und ein Wegeleitsystem geschaffen.

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