Bauausschuss bleibt bei „Nein“ zum Mobilfunkmasten

WELVER ▪ Der Bauauschuss der Gemeinde Welver rückt bezüglich des geplanten Mobilfunk-Mastens westlich von Schwefe nicht von seiner ablehnenden Position ab.

In der Sitzung am gestrigen Mittwoch votierten wie bei der letzten Abstimmung SPD, FDP, Grüne und BG gegen die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens, überstimmten somit die erneut dafür stimmende CDU. Somit liegt es nun an der Kreisverwaltung, wie angekündigt das gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen und dem Mobilfunk-Anbieter T-mobile den Bau zu gestatten. Dann hätte die Gemeinde theoretisch das Recht, dagegen zu klagen.

Aus Sicht des Kreises gibt es keine rechtlich relevanten Gründe, die gegen den Bau sprechen. In Schwefe hingegen hatte sich eine entsprechende Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen die Verunstaltung des Landschaftsbildes wehrt und dafür wirbt, den entsprechenden Masten lieber in einem sowieso mit Windrädern versehenen Gebiet einige hundert Meter weiter zu errichten. Der Mobilfunk-Anbieter hat inzwischen gegenüber der Gemeinde offenbar angekündigt, diese Möglichkeit zu prüfen, möchte aber trotzdem für den ursprünglich geplanten Bauplatz die Erlaubnis bekommen, um bei einem negativen Prüfergebnis des Alternativ-Standortes nicht das gesamte Genehmigungs-Verfahren neu anschieben zu müssen, berichtete Bauamtsleiter Markus Hückelheim.

„Wenn Alternativen da sind, dann müssen die geprüft werden – und das ist Sache der Baubehörde“, sah SPD-Fraktionschef Klaus-Theo Rohe Prüfungsrecht und -pflicht nicht bei der Telekom, sondern bei der Kreis-Verwaltung. Da dies offensichtlich nicht geschehen sei, sei das Schreiben des Kreises nicht nachvollziehbar. Ins gleiche Horn stieß FDP-Sprecher Uwe Heuwinkel: „Wir können diese Antwort nicht verstehen.“

Befürchtungen um

Mais-Monokultur

Neben diesem Thema sorgte vor allem ein Tagesordnungspunkt für Aufregung, der Welver eigentlich nur im wahrsten Sinne des Wortes am Rande betrifft: Die geplante Errichtung eines Wind-Solar-Hybrid-Kraftwerkes und einer Biogasanlage auf dem Gelände der Werler Mülldeponie. Da ein Teil der dazu genutzten Fläche auf Scheidinger Gebiet liegt, stellten die Projektplaner Jörg Scholtes (Institut für Technologie und Wissenstransfer Soest) und Christian Julius (RWE Innogy) ihre Vorhaben nun auch in Welver vor. Speziell die Biogas-Anlage stieß dabei jedoch auf Skepsis: Schließlich ist diese mit einer geplanten Leistung von etwa drei Megawatt wesentlich größer als die bisher im Umkreis bekannten Biogas-Projekte. Hier äußerten die Politiker Bedenken, ob eine derartige Masse an Zuckerrüben, Mais, Hirse und anderen Substraten von den Landwirten überhaupt gestemmt werden könne – immerhin werden rund 700 bis 800 Hektar Anbaufläche dafür benötigt.

CDU-Ausschussmitglied Günter Stemann, selbst Fachmann auf dem Gebiet Biogas, kritisierte, dass die Vielfalt der Substrate unglaubwürdig sei: „Meines Erachtens her werden hier Versprechen vorgeschoben, um die Bedenken flach zu halten. Mit dem Energienutzen von Mais können die anderen Sachen nämlich nicht mithalten“, befürchtet Stemann, dass demnächst rundherum nur noch Mais angebaut wird. „Da tun sie der Zuckerrübe Unrecht“, hielt RWE-Sprecher Julius dagegen und berichtete von ertragreichen Pilotprojekten in Ostdeutschland, bei der auch Fortschritte bei der Lagerung der Rübe gemacht worden seien. Zudem sei das Feedback der Welveraner Landwirte, die einen Großteil der Substrate für das Biogas-Kraftwerk liefern würden, sehr positiv gewesen.

Da sich das Projekt noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet – bisher stehen erst ein positives Brandschutzgutachten und eine Geruchsprognose zu Buche – hatte der Tagesordnungspunkt nur informellen Charakter und es erging kein Beschluss. Zu gegebener Zeit soll weiter über das Projekt diskutiert werden.

Quelle: Soester Anzeiger

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