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Gemeinde präsentiert bunte und deutliche Antwort auf Nazi-Provokation

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Von: Dirk Wilms

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Alicia Sommer (Mitte), Bürgermeister Camillo Garzen (links) und Welvers Ortsvorsteher Stefan Pake präsentierten das erste Banner gegen Rechts. Weitere Folgen in den anderen Ortsteilen.
Alicia Sommer (Mitte), Bürgermeister Camillo Garzen (links) und Welvers Ortsvorsteher Stefan Pake präsentierten das erste Banner gegen Rechts. Weitere Folgen in den anderen Ortsteilen. © Dirk Wilms

Rechtsradikale provozierten Anfang Februar: Sie ersetzten ein Banner für Toleranz durch eine verbotene NS-Flagge. Jetzt gab die Gemeinde eine sichtbare Antwort. Eindeutig und gut sichtbar.

Welver - Die Gemeinde Welver setzt zusammen mit dem Schützenverein ein Zeichen gegen Rechts. Am Donnerstagmorgen hängten Hartmut Vogelsang und Friedrich Heine vom Bauhof am Rathaus-Balkon das erste von 40 Bannern auf mit dem Slogan „Wir sind bunt – gemeinsam gegen Rassismus und Intoleranz“.

Bürgermeister Camillo Garzen, Ortsvorsteher Stefan Pake und Alicia Sommer, unter anderem zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde, freuten sich, dass diese Aktion am Tag vor dem Wochenmarkt gestartet werden konnte: „So sehen es morgen viele Leute!“

Banner hängen bald in allen Ortsteilen

In den nächsten Tagen wird der Bauhof die Banner in allen Ortsteilen aufhängen, nutzt dazu die 21 Tafeln für die Wahlplakate, die seit der Kommunalwahl im Herbst stehen geblieben sind und erst wieder ab Sommer für den Bundestags-Wahlkampf von den Parteien benötigt werden.

„Wir hängen auch ein Banner an der Bördehalle auf, eins kommt zum Bauhof“, erläuterte Stefan Pake, der zugleich Chef des Schützenvereins „Horrido“ ist. Der hatte im Winter ein Plakat oberhalb der Bahnunterführung angebracht, mit dem gegen Fremdenfeindlichkeit Stellung bezogen worden war. Es wurde von Unbekannten entfernt und durch ein Banner mit Nazi-Symbolik ersetzt. „Wir werden auch versuchen, das neue Banner wieder an der Bahnunterführung aufzuhängen“, kündigte Pake an.

GemeindeWelver
Einwohner11.833 (31. Dez. 2019)
Fläche85,62 Quadratkilometer

„Wir müssen Flagge zeigen“, will er sich von Rechtsradikalen nicht einschüchtern lassen. Wenn Vereine Interesse haben, ein Banner bei ihren Aktionen aufzuhängen, besteht dazu die Möglichkeit, sind doch noch einige Banner in Reserve. Pake denkt dabei auch an die Sportvereine, wenn sie denn nach dem Lockdown wieder aktiv werden können.

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