Pläne für Bahnhof: Politiker fragen nach Lift und mehr Licht

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Noch gelangen Bahnreisende in Welver nur über eine steile Treppe zum Bahnsteig. Doch das soll sich ändern. Die Bahn plant den Bau von Außenbahnsteigen.

Welver – Gute Nachrichten brachte Bahnhofsmanager Jörg Seelmeyer von der Deutschen Bahn mit ins Rathaus.

Neun Jahre nach seiner ersten Visite anlässlich des geplanten Umbaus des „Bahnhaltepunktes“ in Welver stellte er die vorläufigen Pläne für die Verbesserung der Anlage gemäß den Richtlinien der Europäischen Union vor. 

„Wir sind ja froh, dass was passiert“, freute sich Heiko Kosche (FDP) im Ausschuss für Gemeindeentwicklung. Er wünschte sich aber noch Verbesserungen, zum Beispiel breitere Bahnsteige oder mehr Licht in der Unterführung. Kosche hält die Breite der Bahnsteige von „nur“ drei Metern für kritisch, zumal der Sicherheitsabstand zur Bahnsteigkante 90 Zentimeter betrage. Blieben also gerade noch 2,10 Meter für die Bahnreisenden. Jörg Seelmeyer erläuterte dazu, dass auch Bahnhaltepunkte mit weit höherer Frequentierung als Welver mit seinen 1350 Ein- und Ausstiegen mit diesen Standard-Dimensionen auskommen, ohne dass dort etwas passiert. 

Grundsätzlich seien breitere Bahnsteige aber machbar. Auch eine Verbreiterung der Unterführung von drei auf vier Meter. Solche Projekte würden von den Geldgebern der Bahn (Bund und Land NRW) aber nicht finanziert, so dass die Gemeinde Welver diese Mehrkosten tragen müsste. Auch Helmut Peters (SPD) forderte die Bahn auf, das Projekt, das für bis zu 60 Jahre in die Zukunft weise, noch auszuweiten. Heute hätten Bürger mit Handicap gar keine Chance, auf den Bahnsteig zu gelangen, das werde sich ändern. Auch durch die Zunahme der Älteren in der Welveraner Bevölkerung würde die Frequentierung des Bahnhofs zunehmen.

Bahnhofsmanager: Fahrstühle fallen häufig aus

Klaus-Theo Rohe (SPD) erkundigte sich nach der Möglichkeit, die Unterführung mit einem Lichtschacht zu erhellen, und fragte, wie der künftige Bahnhof mit den Plänen des Innerstädtischen Entwicklungskonzeptes (ISEK) verknüpft werden könne. Und er wollte wissen, ob es die Baupläne es zulassen, dass dort Fahrstühle angebaut werden. „Platz haben wir genug“, erläuterte der Bahnhofsmanager, es sei durchaus möglich, Aufzüge zu den Bahnsteigen zu bauen. Doch die Bahn mache das nur dort, „wo es nicht anders geht“. Er warnte davor, dass die Fahrstühle erfahrungsgemäß wegen Defekten oder Sabotage 50 bis 60 Tage im Jahr ausfallen. 

Auch von einer Lichtkuppel im Tunnel riet Seelmeyer aus Vandalismusgründen ab. Mit den Isek-Plänen für den Bereich der Umgebung des Bahnhofs würden sich die Planer jetzt beschäftigen, um festzustellen, wo dort angeknüpft werden könne. 

Wolfgang Daube (CDU) erinnerte daran, dass egal ob die Bahn oder die Gemeinde Welver Geld für den Bahnhof ausgeben, es sich doch in jedem Fall um Steuergelder handele, mit denen sparsam umzugehen sei. Für ihn sei es fraglich, ob die vielleicht wünschenswerten breiteren Bahnsteige oder eine breitere Unterführung tatsächlich notwendig seien. Zu bedenken sei dabei, dass sich die Gemeinde Welver im Stärkungspakt des Landes NRW befindet. 

An Schwächen in der Planung soll gearbeitet werden

Seelmeyer sah bei der derzeitigen Planung ebenfalls noch einige Schwächen, wie zum Beispiel das den Bau einer sieben Meter hohen Wand an der Rampe am Lärmschutzwall zum Ostbusch. Daran soll noch gearbeitet werden. „Im Sommer geben wir Butter bei die Fische“, kündigte Seelmeyer an, mit einer fortgeschrittenen Planung dann wieder in Welver vorstellig zu werden. Die Sperrpausen, die notwendig sind für die 18-monatigen Bauarbeiten, habe die Bahn bereits für 2022 eingestellt. Bürgermeister Uwe Schumacher riet, die Planung jetzt schnell voranzutreiben. Auf Antrag von Klaus-Theo Rohe (SPD) wurde das Thema „Umbau des Bahnhaltepunktes“ schließlich einstimmig zur Beratung in die Fraktionen verwiesen.

Das plant die Bahn im Detail

Die Bahn plant den Neubau zweier Außenbahnsteige (Breite je 3 Meter) für Gleis 1 und 2; sowie den Neubau von zwei Rampen zu den Bahnsteigen und eine neue Beleuchtung; neue Oberleitungen; Anpassung der Bahnsteige auf Tritthöhe der Waggons; eine drei Meter breite Fußgänger-Unterführung zwischen Ladestraße und Ostbusch. Kosten der EU-Standard Maßnahme für die Bahnhofsgröße mit 1350 Ein- und Ausstiegen: rund 6,8 Millionen Euro; Erweiterung der 2,5 Meter hohen und 19,3 Meter langen Personenunterführung auf vier Meter rund 460 000 Euro; Kosten für zwei Aufzüge geschätzt auf rund 800 000 Euro; Wartungs- und Reinigungskosten für zwei Aufzüge geschätzt 20 000 Euro im Jahr.

Quelle: Soester Anzeiger

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