Schottergärten ohne Zukunft

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Ein Garten voller Steine.

Welver – Mit Mehrheit von sechs zu drei Stimmen hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Planung, Naturschutz und Umwelt einen Antrag der Grünen befürwortet, in dem Fraktionschefin Cornelia Plassmann angeregt hatte, in zukünftigen Baugebieten keine Schottergärten mehr zuzulassen.

Solche unnatürlichen Gärten sollen in Zukunft bei der Aufstellung von Bebauungsplänen ausgeschlossen werden. Bauamts-Leiter Detlev Westphal bestätigte, das dies laut Baugesetzbuch durch gestalterische Festlegungen im Bebauungsplan machbar sei. 

Resolution für vielfältige Gärten

Zudem verabschiedete der Ausschuss eine entsprechende Resolution: „Die Gemeinde Welver legt Wert auf ökologisch vielfältig gestaltete Vorgärten und Gärten, daher sollen sie vogel-, bienen- und insektenfreundlich gestaltet sein, um die weitere Abnahme der Artenvielfalt aufzuhalten und einen Beitrag zur Verbesserung des Binnenklimas zu erzielen.“ Skeptisch betrachtete Wolfgang Daube (CDU) eine solche Maßnahme. Er rechnete vor, dass nur relativ wenige Häuser solche Vorgärten haben. Mit einem Verbot in die Gestaltungsfreiheit der Bürger einzugreifen hält er für überzogen. Und er fragte sich, wie denn ein solches Verbot kontrolliert und mit welchem Bußgeld das belegt werden soll. 

Anstiftung zur Denuntiation?

Das Ganze sei am Ende doch Anstiftung zur Denunziation in der Nachbarschaft. Dann warf Daube noch einen Blick auf ältere Menschen. Er habe Verständnis dafür, wenn ein Rückenleiden der Grund dafür ist, dass man nicht mehr Unkraut zupfen möchte. Kay Philipper von Welver 21 unterstützte den Antrag der Grünen. Städte wie Frankfurt hätten schon lange eine Vorgarten-Satzung. Es sei auch in Welver richtig, regulierend in die Entwicklung der Gemeinde einzugreifen. Ralf Nürnberger (FDP) stimmte dem Schotter-Verbot grundsätzlich zu, auch wenn er eine gewisse Gängelung bedeutet. Er fragte sich aber ebenfalls, wie das mit der Kontrolle funktionieren soll und führte das Beispiel des Baugebietes „Im Hagen“ an, wo reihenweise Gestaltungsgebote übertreten würden. 

Kontrollen gibt es auch anderswo

Peter Holuscha von der BG unterstützte das Schottergärten-Verbot „voll und ganz“. „Wir schreiben alles mögliche andere auch vor, in anderen Lebensbereichen und da gibt es auch funktionierende Kontrollen.“ Kay Philipper ergänzte schließlich, dass „Eigentum verpflichte und in diesem falle sei ein ökologischer Garten eine notwendige Verpflichtung der Bevölkerung gegenüber. Im Übrigen müsse man bei der Überprüfung ja nicht nicht „mit der dicken Keule vorgehen.“ SPD-Fraktionschef Rolf Wagener erinnerte daran, dass die Schottergärten-Problematik bereits bundesweit diskutiert und geregelt werde. Es sei zeit, auch in Welver ein Zeichen zu setzen. „Ich hab kein Problem mit der Unterstützung des Antrages“, sagte er.

Quelle: Soester Anzeiger

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