Anwohner ärgern zu schnell fahrende Autos

Kreis Soest bestreitet Gefahr durch Raser an Beckumer Straße

Anwohner beklagen sich über Raserei an der Beckumer Straße. Kreis Soest und Straßen-NRW befinden jedoch, dass sich Verkehr und Geschwindigkeiten im Rahmen bewegen.
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Anwohner beklagen sich über Raserei an der Beckumer Straße. Kreis Soest und Straßen-NRW befinden jedoch, dass sich Verkehr und Geschwindigkeiten im Rahmen bewegen.

Fahren die Autos auf der Beckumer Straße in Welver nun zu schnell - oder nicht? Anwohner meinen ja, Kreis und Straßen-NRW sind da anderer Meinung.

Welver – Bereits im Frühjahr 2020 waren die nach Ansicht der Anwohner zu schnellen Autos zwischen Welver und Recklingsen Thema. Anwohnerin Katrin Schnieder hat sich erneut zu Wort gemeldet, wie schon zu Jahresbeginn, um erneut auf die Lage an der Landstraße 795 (Beckumer Straße) hinzuweisen. Getan habe sich bisher nämlich nicht viel, auch wenn es Kontrollen gegeben habe.

„Die Straße ist sehr breit, die Autos fahren zu schnell“, sieht Katrin Schnieder immer noch eine Gefährdung der Anwohner an der L795. Schnieder, die ihr Anliegen im Frühjahr publik gemacht hatte, liegen die Menschen am Herzen. Viele Fahrzeuge, die von Recklingsen aus in Welver ankommen, seien deutlich zu schnell unterwegs.

Für ältere Menschen, zum Beispiel auch aus der ortsnahen Altenpflegeeinrichtung, oder auch Kinder, die die Strecke nutzen, sei das mitunter sehr gefährlich. Kein Zebrastreifen, keine Ampel gebe es hier, um ein sicheres Queren der Beckumer Straße möglich zu machen.

Nach dem ersten Vorstoß Anfang 2020 seien der Kreis Soest, die Polizei und Straßen-NRW vor Ort gewesen, haben sich die Sorgen der Anwohnerin angehört. Zwar seien öfter Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt worden, rein baulich habe sich aber nichts verändert. Ab und an werde gemessen, meistens zwischen acht und elf Uhr, so Schnieder, aber nicht zu den Stoßzeiten, in denen diejenigen besonders gefährdet seien, die die Straße überqueren wollen, egal in welche Richtung.

Viele dieser Situationen habe es in diesem Bereich gegeben, deshalb stehe immer noch die Forderung nach einer Verkehrsberuhigung im Raum. Bei den Messungen sei ein durchschnittlicher Wert von 61,6 km/h ermittelt worden, so Schnieder. Auf der Strecke, die sich nach Katrin Schnieders Angaben vom Ortseingang Welver (aus Recklingsen kommend) durchaus bis zur Tankstelle hinziehe, seien auch etliche Kindergartenkinder unterwegs. In den sozialen Medien habe sie viel Zuspruch für ihr Anliegen bekommen, sagt die Welveranerin, auch von den Menschen, die in diesem Bereich wohnen.

Auf Anfrage erklärt der Kreis Soest, dass „im Ergebnis fast alle festgestellten Geschwindigkeitsübertretungen im Verwarngeldbereich“ lägen. Weiter heißt es: „Gemessen an der Vielzahl von Messstellen für die mobile Geschwindigkeitsüberwachung im gesamten Kreisgebiet, wurde die Beckumer Straße sehr häufig überwacht. Die Geschwindigkeitsüberwachung wird zukünftig weiterhin erfolgen. Weitere Möglichkeiten des Kreises Soest zur Senkung des Geschwindigkeitsniveaus bestehen hier nicht.“

Für darüber hinausgehende Maßnahmen wie etwa baulicher Art, sei der Straßenbaulastträger, Straßen- NRW, verantwortlich.

Die Geschwindigkeitskontrollen an der L795 seien in diesem Jahr regelmäßig erfolgt, am 9. Januar in beide Fahrtrichtungen, am 19. Februar, 3. April, 12. Mai in Richtung Ortsausgang, am 25. Juni in beide Fahrtrichtungen und am 16. Oktober wieder in Richtung Ortsausgang. Welvers Bürgermeister Camillo Garzen, dem der Sachverhalt bekannt ist, erklärte, dass der Gemeinde in diesem Fall die Hände gebunden seien, weil hier Kreis und Straßen-NRW zuständig seien. Auch der Landesbetrieb sieht keinen Handlungsbedarf. Aufgrund vergangener Geschwindigkeitsmessungen sehe Straßen-NRW keinen Grund für Veränderungen an der Beckumer Straße, so Sprecher Oscar Santos. kie

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