Nur noch ein Asylheim geplant

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Für die Sanierung des Wohnheims Eilmser Wald rechnet die Verwaltung grob mit Kosten von rund 1,65 Millionen Euro.

Welver – Die Zahl der Flüchtlinge in der Gemeinde Welver geht seit einiger Zeit zurück, zurzeit sind es knapp über hundert. Da liegt es nahe, über die Zukunft der Unterbringung von Asylsuchenden in geeigneten Unterkünften nachzudenken.

Das hat die Verwaltung auch gemacht und dem Rat zuletzt in nichtöffentlicher Sitzung so genannte „Grobkostenschätungen“ für die Sanierung des Wohnheims „Eilmser Wald 3“ und „Alte Hauptschule Welver“ vorgelegt. Zielvorstellung: Die Gemeinde soll sich für eine der beiden Unterkünfte entscheiden und diese renovieren und modernisieren oder vielleicht auch über eine andere Lösung nachdenken, wie zum Beispiel Schlichtwohnungen oder Container. 

Zwei Asylunterkünfte sind Luxus

Zwei Asylunterkünfte zu betreiben, ist teuer und wenig sinnvoll. Die Parteien denken nicht erst seit heute über die Angelegenheit Flüchtlingsunterkünfte nach. Beschlüsse wurden noch nicht gefasst. Dazu braucht es wohl erst noch die ausführliche Vorbereitung der fakten und Kosten durch die Verwaltung. Beide bisher genutzten Gebäude sind nicht besonders gut geeignet als Asylheime. Insbesondere beim Eilmser Wald wird seit langem beklagt, dass die notwendige Infra-Struktur fehlt. 

Eilmser Wald zu weit vom Zentralort

Die Reihenhäuser im Wald liegen so weit ab vom Zentralort, dass die Flüchtlinge nur mit dem Bus oder mit dem Fahrrad zu den Geschäften oder zu Ärzten oder ins Rathaus gelangen. Zudem hat eine solche Einrichtung an einem Fleck natürlich zufolge, dass es zu Konflikten kommen kann und nicht alle Flüchtlinge hier unter einem Dach leben können. Zurzeit sind hier überwiegend Familien untergebracht, die mehr Wohnraum benötigen oder Spezialfälle. 

 Kosten für Sanierung grob geschätzt

Laut der informellen Grobkostenschätzung der Gemeinde würde eine Sanierung des Wohnheims Eilmser Wald 3 mehr als rund 1,6 Millionen Euro kosten, dabei sind etwaige „Überraschungen“ aufgrund des Jahrzehnte langen Wartungsstaus noch nicht berücksichtigt, ebenso wenig wie die Kosten bezüglich der Reparaturen des auf dem Grundstück befindlichen Kanalsystems. Im einzelnen rechnet die Gemeinde mit Kosten für Fenster von 200 000 Euro, Dach 150 000 Euro, Abwasserleitungen 300 000 Euro, Frischwasserleitungen 250 000 Euro, Balkonabbrüche 60 000 Euro, Fassadensanierung 250 000 Euro, Fluchttüren 30 000 Euro, Flursanierung 50 000 Euro, Sanitärbereiche 160 000 Euro, Dacherneuerung 150 000 Euro, Küchen 30 000 und Türen 25 000 Euro. 

Anbau an Hauptschule wäre nötig

Beim Asylheim in der alten Hauptschule müssten laut Verwaltung rund 205 000 Euro für eine Sanierung ausgegeben werden, hinzu kämen rund 350 000 Euro für Wohnboxen in den Klassenräumen, um dort auch Familien unterbringen zu können oder Personen, die Ruhe brauchen. Weitere Investitionen wären zu tätigen, sofern ein Anbau notwendig würde, falls die Zahl der dort unterzubringenden Flüchtlinge noch steigen würde und die Unterkunft im Eilmser Wald geschlossen würde.

Quelle: Soester Anzeiger

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