3,40 Euro pro Meter Standfläche

Umfrage: Lohnt sich das Geschäft für Markt-Händler noch?

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Einkauf am Käsestand.

Welver –Lohnt sich das Geschäft für die Markthändler noch? Denn bevor der erste Euro verdient ist, steht schon fest, dass Standgebühren anfallen.

Und das nicht zu knapp. Nach dem neuesten einstimmigen Ratsbeschluss fallen zukünftig bei regelmäßigen Marktständen 3,40 Euro pro Meter Standfläche pro Wochenmarkt an. Die Mindestgebühr für einen Stand, der bis zu einem Meter lang ist, beträgt 3,50 Euro pro Tag. Für die langen Fisch-, Obst- und Gemüsestände bedeutet das neben den Kosten für die An- und Abreise allein schon mal Kosten von gut 30 Euro pro Markttag. Geld, das man erstmal verdienen muss, denn das Standgeld muss mit Gewinn aus dem Verkauf erwirtschaftet werden. Der Marktbeschicker muss also schon einen ganz schönen Umsatz und damit Gewinn machen, um erst mal die Kosten für Fahrten und Standgebühren zu erwirtschaften. 

Im Rat fragte sich daher bei der Beratung über die Anpassung der Satzung für die Standgelder Ratsherr Kay Philipper (Fraktion Welver 21), ob es nicht Sinn mache, die Gebühren zu senken oder ganz abzuschaffen, um den Marktplatz Welver attraktiver zu machen. Der Anzeiger hörte sich bei einigen Marktbeschickern um: „Würde uns freuen, wenn die Quartalsrechnungen wegfallen würden“, sagen dazu lächelnd Jutta und Hans-Joachim Nölken vom Obst- und Gemüseanbau in Scheidingen. Sie kommen schon fast zehn Jahre auf den Markt in Welver. Die Nähe zum Betrieb und die Stammkundschaft machen den kleinen Markt im Zentralort für sie interessant. Mehr Attraktivität durch weniger Gebühren würden sie begrüßen, zumal Bäckerei Hünnies aufgegeben hat und Fritz Rüsse-Markhoff verstorben ist, so dass auch sein Stand mit Selbstgemachten Spezialitäten vom Land nicht mehr da ist. „Auch ein Geflügelstand fehlt noch“, bemängelt Hans-Joachim Nölken.

 Thomas Weber vom Käsefachhandel Eva Weber aus Lippetal-Oestinghausen ist die Standgebühr nicht so wichtig. „Muss die Gemeinde selber wissen“, sagt er. Da er aus Oestinghausen keine weitere Anreise hat und Fahrtkosten und Verschleiß sich in engen Grenzen halten, kommt er auf den Marktplatz in Welver. Das wissen zahlreiche Stammkunden zu schätzen und kaufen bei ihm seit rund sechs Jahren frischen und gereiften Käse aus diversen Regionen ein. „Ganz human“, findet Edeltraud Thöne vom Stand „Fischdelikatessen“ die Standgebühren in Welver. Woanders sei es hingegen „unverschämt“, blickt sie auf die Gepflogenheiten in einer nahen Kreisstadt. Für sie und ihren Mann Markus lohnt sich sogar die weite Anreise aus Anröchte, weil die Stammkunden hier wohl die größte Auswahl an Frischfisch und Fisch-Delikatessen in der Umgebung finden. Edeltraud Thöne lobt auch die Leute von der Verwaltung, die den Markt auf der Marktstraße betreuen. „Die sind wirklich sehr nett“, hat die Anröchterin festgestellt.

Quelle: Soester Anzeiger

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