Das wird 2021

„15 Jahre aufgeschoben“: Welver hat Bahnhof und Bördehalle im Visier

Die Bördehalle in Welver - kommt das Thema in diesem Jahr voran?
+
Die Bördehalle in Welver - kommt das Thema in diesem Jahr voran?

Die Welveraner dürften es gern hören. „Es wird gut werden“, sagt Bürgermeister Camillo Garzen, wenn man ihn auf das neue Jahr 2021 anspricht. Und damit meint der Rathaus-Chef keineswegs die Millionen Impfungen und die Hoffnung auf ein alsbaldiges Ende der Pandemie. 

Welver - Nein, es geht um Welver selber. Die Gemeinde werde so viele Hebel in Bewegung setzen und so viele Vorhaben starten wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Garzen, 51, und seit zwei Monaten Erster Mann der 12 000-Einwohner-Gemeinde mit ihren 21 Ortsteilen, will auf die Frage, welches denn 2021 die wichtigsten Vorhaben sind, gar nicht direkt antworten. „Wir reden hier nicht über ein oder zwei Projekte, wir reden über einen bunten Strauß an Investitionen.“ Nicht von ungefähr habe der Gemeinderat kurz vor Weihnachten Millionen aufgerufen, um endlich das „abzuarbeiten“, was die vergangenen 15 Jahre geschoben worden sei.

Auf Nachfrage erklärt der Bürgermeister schließlich doch, „Isek“ steche mit seinen 16 Teilprojekten schon hervor. Die vier Buchstaben stehen für das integrierte Stadt-Entwicklungskonzept. Wer das Paket mit dem sperrigen Bürokraten-Aufkleber öffnet, kommt schnell dahinter, warum Rat und Verwaltung in Welver Morgenluft wittern. Der Bahnhof, heute ein eher lausiger Haltepunkt mit noch lausigerer Angst-Treppe zur Werler Straße hin, wird zusammen mit dem Bahnhofs-Vorplatz und dem Eingang zum Markt und in die Fußgängerzone mit Millionen-Aufwand hergerichtet. Ansehnliche offene Zugänge über Rampen sollen auf der Nord- und Südseite entstehen und ein breiter Durchstich, der die beiden „Stadtteile“ verbindet.

Wenn die Bahn, was sie verspricht, schließlich noch auf vielen hundert Metern beidseits der Gleise Lärmschutzwände hochzieht, wären Komfort und Optik gleichermaßen gewährleistet. So ein Wurf sollte gut und gern 50 Jahre halten und Welver für die nächste Generation zu einer attraktiven Visitenkarte verhelfen, sagt Garzen.

2021 in Welver: Kita in Borgeln, Feuerwehr und mehr

Doch zurück zu dem Strauß. Eine neue oder umgebaute Bördehalle, moderne Feuerwehrhäuser, der Anschluss der letzten vier Dörfer an die zentrale Kanalisation, die Kita in Borgeln, Radwege und ein schlüssiges Konzept für die Wohn- und Freiflächen.

Die pure Aufzählung könnte schon beinahe den Eindruck erwecken, hier entstehe eine komplett neue Gemeinde. Der Bürgermeister warnt denn auch gleich, man werde in Welver keineswegs alles auf einen Schlag im neuen Jahr bekommen; fünf, sechs Jahre dürften durchaus ins Land gehen, bis hinter allen Projekten ein Haken gemacht werden könne.

Stefan Pake, der neue Ortsvorsteher von Welver und CDU-Ratsmitglied, teilt Garzens Einschätzung, über Jahre sei zu viel in Welver liegen geblieben. Aber er fügt bei aller „Aufbruchstimmung“ schnell hinzu: „Es geht nicht alles sofort.“ Man müsse im neuen Jahr schauen, in welcher Reihenfolge die Vorhaben angepackt und abgearbeitet werden. Und Garzen müsse aufpassen, seine Leute im Rathaus nicht zu überfordern.

Ich bin froh, dass die alten Streithähne weg sind.

Ortsvorsteher Stefan Pake

Pake stimmt zu, der Bahnhofs-Umbau steche klar heraus: „Das sieht jeder.“ Den letzten Radweg von A nach B fernab im Grünen kriege hingegen längst nicht jeder mit. Der 48-jährige „ewige Welveraner“ und Neuling im Rat (Pake über Pake) kann mit dem Motto „Aus Welver für Welver“ viel anfangen. Jeder sollte seine Meinung zu Welver und seiner Politik haben, doch das ergebnislose Gehörsel der Vergangenheit vermisse niemand: „Ich bin froh, dass die alten Streithähne weg sind.“ Wären sie noch da, würde Pake seine Freizeit für etwas anderes nutzen als für die Ratsarbeit.

Bürgermeister Garzen sieht durchaus die sportliche Herausforderung, die auf Welver zukomme, glaubt aber fest daran, das Pensum in den Griff zu kriegen: „Es ist zu machen, sonst hätten wir es nicht aufgerufen.“ Auf jeden Fall stehe Welver und den Welveranern „ein spannendes Jahr“ bevor. Kurzum: „Wir freuen uns darauf; am 4. Januar starten wir mit voller Kraft.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare