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Obwohl feiern wieder möglich wäre: Schützenbund Westenheide sagt Schützenfest ab

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Von: Patrizia Frank

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Vorstand und Jubilare des Schützenbundes Westenheide
Es geht weiter – auch wenn nicht alle Details klar sind: Der Schützenbund Westenheide denkt über die Zukunft des Vereins nach. © Reiner Mroß/Digitalbild

Auch in diesem Jahr wird der Schützenbund Westenheide 1927 kein Schützenfest feiern. In diesem Jahr allerdings hat die Absage einen anderen Grund als Corona: Die Schützen können sich das Fest schlichtweg nicht leisten.

Herringen – „Wir müssen über ein komplett neues Konzept nachdenken, wenn wir in der Zukunft wie gehabt alle zwei Jahre Schützenfest feiern wollen“, sagt Dirk Georgi, der erste Vorsitzende des Vereins.

Die Pandemie habe dafür gesorgt, dass der Verein an vielen Stellen auf Einnahmen verzichten musste: „Wir konnten die Halle nicht vermieten, keine Veranstaltungen planen, die Geld in die Vereinskasse hätten bringen können. Es hat einfach nichts stattgefunden, mit dem wir Einnahmen hätten erzielen können“, erklärt Georgi.

Das stellt die Schützen nun vor ein Problem: „Schützenfest zu feiern ist aufgrund der Kostenstruktur schon lange ein Zuschussgeschäft. Und diesen Zuschuss kann der Verein im Moment aus seinen finanziellen Mitteln nicht stemmen.“

Schützenbund Westenheide: Fast keine Einnahmen generiert

Man habe sich keinen „Speck anfuttern“ können, um Rücklagen zu schaffen, erklärt Georgi. „Die Kosten sind immens, da ist man schnell bei 10.000 Euro, die so ein Fest verschlingen kann. Und mit viel Glück nimmt man vielleicht gerade mal die Hälfte davon wieder ein. Auf den restlichen Kosten bleibt der Verein sitzen“, sagt er.

Es mangele übrigens im Verein nicht an Königsaspiranten, die seien nach wie vor da und würden sich über eine Gelegenheit freuen, den Vogel abzuschießen. Wann diese kommen wird, kann der Vorsitzende allerdings noch nicht sagen: „Es ist durchaus denkbar, dass wir im kommenden Jahr ein Schützenfest feiern“, sagt er. Sicher sei das aber keineswegs, denn vorher muss ein neues Konzept erdacht werden. „Im Moment treffen wir uns einmal im Monat zu Vorstandssitzungen. Dort überlegen wir uns, wie wir unser Fest in Zukunft organisieren wollen.“

Neue Ideen gefragt - auch absurde

Beim Ideensammeln sei zunächst alles erlaubt. „Auch Vorschläge, die auf den ersten Blick vollkommen absurd erscheinen, werden erst mal durchdacht. Nur, wenn man alle Möglichkeiten durchspielt, kann man hinterher auf ein gutes Ergebnis kommen“, glaubt Georgi.

Er hofft, dass er den Vereinsmitgliedern schon bei der Herbstversammlung im Oktober einige Ideen präsentieren kann, die die Möglichkeiten für die zukünftigen Schützenfestplanungen konkretisieren. „Spätestens aber bei der nächsten Jahreshauptversammlung, die im Februar 2023 stattfinden soll, wollen wir den Mitgliedern Informationen dazu geben, wie es für unsere Fest-Tradition weitergehen kann“, kündigt Georgi an.

Jubiläum in Planung - 2027 ist es soweit

Die Planungen übrigens reichen für ihn und seine Vorstandskollegen auch derzeit schon bis ins Jahr 2027: „Dann feiern wir unser 100-jähriges Jubiläum. Das dürfen wir bei allen Planungen natürlich auch nicht aus den Augen verlieren.“ Aktuell ist also vieles in der Schwebe beim Schützenbund Westenheide. Klar ist nur: Seit 2018 hat es hier kein Schützenfest mehr gegeben – und das nächste in aktuell noch nicht in Sicht.

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