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Neustart mit Wucht: 550 Schützen feiern Frühlingsball - Gedenken für Kriegsopfer

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Von: Peter Körtling

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Majestäten unter sich: Die allermeisten Königspaare amtieren bereits seit 2019.
Majestäten unter sich: Die allermeisten Königspaare amtieren bereits seit 2019. © Bruse

Der Frühlingsball des Stadtverbands der Schützenvereine bot am Samstagabend ein prächtiges Bild: Zahlreiche Königspaare mit ihren Hofstaatsmitgliedern und Vereinsvertretern waren gekommen und zelebrierten einen festlichen Saisonauftakt.

Hamm - Die rund 550 Gäste sorgten außerdem für den würdigen Rahmen zur Verabschiedung des langjährigen Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Jägermann.

Ehrenschild in Gold, Schützenelefant und „Zirkus Renz“

Jägermann stand 20 Jahre lang an der Spitze des Stadtverbandes. Am Samstag führte er ein letztes Mal durch den Frühlingsball – und erlebte die eine oder andere Überraschung. Nach dem Einzug der Königspaare nutzte er die Gelegenheit für einen Rückblick auf die Entwicklungen des Schützenwesens in Hamm in den vergangenen Jahrzehnten. Jägermann dankte den Königspaaren, die in den meisten Fällen bereits seit 2019 regieren, für ihr Durchhaltevermögen. Die Vorstände hätten ihre Vereine trotz der Pandemie gut zusammengehalten.

Unter großem Applaus bekam der sichtlich bewegte Heessener das Ehrenschild des Stadtverbandes in Gold überreicht. Das i-Tüpfelchen war ein Schützenelefant, der künftig bei Jägermann zuhause einen würdigen Platz finden wird. Dem 63-Jährigen zu Ehren spielte der Spielmannszug Nordenfeldmark schließlich den „Zirkus Renz“.

Feiern trotz Krieg? Herter mit klarer Ansage

Noch bevor die große Party richtig Fahrt aufnahm, wurde es sehr still im Festsaal des Maximilianparks. Eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Ukraine-Kriegs, der weltweiten Konflikte, der Corona-Pandemie und zu Ehren verstorbener Schützen – untermalt von dem Stück „Ich bete an die Macht der Liebe“ aus dem Großen Zapfenstreich – sorgte für Gänsehaut und die eine oder andere Tränen.

Oberbürgermeister Marc Herter stellte die Frage, ob man angesichts des Kriegs vor der Haustür denn überhaupt feiern dürfe? „Eindeutig ja! Denn das ist Teil unserer Freiheit, die gerade auch in der Ukraine verteidigt wird“, sagte der OB – und bekam dafür viel Applaus.

Geflohene Schwestern erleben besonderen Abend

Ein ganz besonderes Erlebnis war dieser Abend für Solomiia und Veronika Radomanska: Die Schwestern sind aus der Ukraine nach Hamm geflohen, wo sie bei der Familie Blümel leben, die im Bürgerschützenverein Hamm aktiv ist. „Wir hatten uns bei einem Urlaub in Lemberg kennengelernt und dann Kontakt gehalten“, so Avantgarden-Kommandeur Daniel Blümel. Als die Situation in Lemberg gefährlich wurde, seien die Mädchen nach Hamm getrampt.

Besondere Gäste: Solomiia (2. von links) und Veronika Radomanska sind aus der Ukraine geflüchtet.
Besondere Gäste: Solomiia (2. von links) und Veronika Radomanska sind aus der Ukraine geflüchtet. © Körtling

„Wir sind sehr froh, dass inzwischen auch die Mutter hier ist“, so Blümel. Als nun der Frühlingsball anstand habe er kurzerhand gefragt ob sie mitwollten und zwei Karten organisiert.

Sie freuten sich hier zu sein und fühlten sich endlich wieder sicher, sagte Solomiia. Nicht nur der Krieg, sondern auch das Trampen habe sie sehr verängstigt. Sie seien sehr in Sorge um ihren Vater Andrej, der für die Unabhängigkeit der Ukraine kämpfe. Sie genössen es sehr, in dem festlichen Rahmen auf andere Gedanken zu kommen, sagte Veronika.

1.500 Euro für Ukraine-Hilfe gesammelt

Nachdem der Spielmannszug Nordenfeldmark den Auftakt des Abends musikalisch gestaltete, übernahm die Partyband „Querbeat“ und sorgte für ausgelassene Stimmung. Die Tanzwut wurde am Abend noch einmal unterbrochen, als das Sammelergebnis von Spenden zugunsten der Ukraine-Hilfe verkündet wurde: Rund 1.500 Euro waren erzielt worden. Das hob die Stimmung noch einmal und es wurde bis in den Morgen gefeiert.

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