Waffen-Fund auf Kasernen-Gelände

Möglichst keine Evakuierungen in Zeiten von Corona - In Nachbarstadt wurden zwei Panzerfäuste gesprengt

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Kanaal-van-Wessem-Kaserne am Hiddingser Weg

Explosiver Fund in Nachbarstadt: Zwei Panzerfäuste aus dem Zweiten Weltkrieg wurden auf dem Gelände der früheren Kanaal-van-Wessem-Kaserne im Soester Süden gefunden.

Soest - Bei der Suche nach Kampfmittelresten sei man am Hiddingser Weg auf die Waffen gestoßen, teilt die Stadt Soest mit. 

Da es nicht möglich war, sie unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen abzutransportieren, hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst die Panzerfäuste vor Ort auf dem Kasernengelände kontrolliert gesprengt. 

Geringe Munitionsmenge

"Für die Bevölkerung bestand bei dieser Maßnahme keine Gefahr", heißt es seitens der Pressestelle. Die Evakuierung von Anwohnern sei aufgrund der geringen Menge der Munition in den Waffen nicht erforderlich gewesen. 

Die Abteilung für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten sperrte lediglich das Kasernengelände für den Zeitpunkt der Sprengung.

Der Umbau der Kaserne kostet 32 Millionen Euro.

Improvisieren in Zeiten von Corona

Wie Brigitte Sliwa von der Stadt Soest erklärte, müsste man im Fall der Fälle ein wenig improvisieren. „Momentan versuchen wir logischerweise, nicht aktiv im Umfeld kritischer Infrastrukturen nach Bomben zu suchen.“ Heißt: Die Stadt will aktuell vermeiden, Blindgänger zu finden, die dann entschärft werden müssten. Ganz ausschließen lässt sich das Szenario aber nicht – immerhin laufen zum Beispiel Straßen- und Hausbauarbeiten größtenteils weiter.

Für diesen Fall steht laut Sliwa fest, dass die Entschärfung beziehungsweise kontrollierte Sprengung der Bombe nicht aufgeschoben werden könne: „Wir würden das trotz Corona nicht aussetzen. Es gilt abzuwägen, welches Risiko größer ist. Der Schutz der Bürger hat immer Priorität.“

Sicherheit der Menschen geht vor

Da die Sicherheit grundsätzlich vorgeht, könnte es also sein, dass Menschen evakuiert werden. Den Radius einer Evakuierung legt der Kampfmittelräumdienst fest – das hänge von dem Gefährdungspotenzial der Waffen ab. Der zu sicherende Umkreis könne durch Maßnahmen wie Splitterschutz aber auch verkleinert werden, so Brigitte Sliwa.

Wegen Ansteckungsgefahr: Kein Schutz in Hallen

Um die Evakuierten nicht wie üblich in einer Halle zu versammeln und damit die Ansteckungsgefahr zu erhöhen, seien mehrere Alternativen denkbar: „Wir würden die Leute wahrscheinlich bitten, mit dem Auto irgendwo hinzufahren“, sagt Sliwa, die als Beispiel einen Spaziergang im Arnsberger Wald nennt.

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