Bäume sind laut Verwaltung krank

Zweite Chance für die Linden? Baumgutachter soll Fällung der Bäume prüfen

+
Die Linden entlang des Friedhofs an der Sandstraße und auch die Bäume gegenüber sind nach Angaben der Gemeindeverwaltung krank. Ob sie gefällt werden müssen, soll ein Baumgutachter noch einmal prüfen.

Ascheberg – Fäulnis, Anfahrschäden und einseitiges Beschneiden für die Verkehrssicherheit: Die Linden entlang des Friedhofs an der Sandstraße und auch die meisten Bäume gegenüber an der Festwiese sind krank und nicht mehr standsicher. Die Bäume in dem Abschnitt zwischen Eschenbachstraße und Schlingermanns Hof müssen gefällt werden, hatte die Verwaltung nach eingehender Prüfung durch den Bauhof bereits im Fachausschuss mitgeteilt. Doch bevor die Säge angesetzt wird, will man noch in dieser Woche eine zweite Meinung einholen.

Ein unabhängiger Baumgutachter soll den Zustand der Linden nach den geltenden Vorschriften überprüfen, teilte die Verwaltung am Montag mit. „Sollten aus seiner Sicht andere als die von der Verwaltung vorgeschlagenen Maßnahmen notwendig sein, wird die Verwaltung diese Empfehlungen berücksichtigen“, heißt es in der Pressemitteilung wörtlich. Das bestätigte Bürgermeister Dr. Bert Risthaus am Dienstag am Rande eines Pressegesprächs noch einmal ausdrücklich. 

Die gesamte Maßnahme werde zudem im Umweltausschuss am 23. Januar (18 Uhr, Bürgerforum, Dieningstraße 7) ausführlich erläutert, kündigte Tiefbauamtsleiter Christian Scheipers schon am Montag gegenüber dem WA an. „Die Bäume bilden eine zu große Gefahr für alle Straßen- und Gehwegbenutzer“, lautet in der Verwaltung die aktuelle Gefahreneinschätzung für den von Fußgängern, Schulkindern und Fahrzeugen stark frequentierten Verkehrsraum. 

Verwaltung: Baum zur Hälfte morsch

Die Schäden an den äußerlich gesund erscheinenden Bäumen wurden deutlich, als bei Kanalbauarbeiten an der Eschenbachstraße im vergangenen Jahr ein Baum weichen musste. „Wir haben mit Erschrecken festgestellt, dass mehr als 50 Prozent des Baumes innen hohl war“, schilderte Scheipers. Daraufhin untersuchten fachkundige Mitarbeiter des Bauhofes vom Hubsteiger aus die Kronen der anderen Bäume und stellten gleiche oder ähnliche Schadensbilder fest. 

Bereits im Spätherbst mussten deshalb drei Bäume gefällt werden. Doch auch für die übrigen Bäume der ortsbildprägenden Lindenallee sieht es schlecht aus, denn spätestens in den nächsten drei Jahren sei auch bei ihnen eine mangelnde Standsicherheit zu erwarten. 

Für den schlechten Zustand der Bäume werden mehrere Gründe genannt: „Da die Linden auf beiden Straßenseiten zu nah am Fahrbahnrand stehen, hat eine Vielzahl der Bäume Anfahrschäden. Um ein ausreichendes Lichtraumprofil für größere Fahrzeuge bereitzustellen (…) sind die straßenseitigen Äste bis zu einer Höhe von mehreren Metern stets entfernt worden (...) An den Schnittstellen und an den durch Anfahren beschädigten Bereichen haben sich starke Faulstellen gebildet, die sich mittlerweile bis auf den jeweiligen Baumstamm übertragen haben. Dadurch, dass die Baustämme größtenteils morsch und faul sind, ist die Standsicherheit nicht mehr gegeben.“ 

Klima- und bienenfreundliche Linden als Ersatz

Müssen die Bäume gefällt werden, gebe es gleichwohl Ersatz, wenn auch zum Teil an anderer Stelle, erläuterte Scheipers. So sollen entlang der Festwiese zwischen Schlingermanns Hof und Eschenbachstraße im Frühjahr neue klima- und bienenfreundliche Linden gesetzt werden, die sich während der Blüte für Bienen, Hummeln und Wildbienen sehr gut als Nahrungsquelle eignen.

 „Durch ein Abrücken von der Straße können diese Bäume eine gesunde Baumkrone ausbilden und auf Dauer ein schönes Ortsbild schaffen“, lautet die Planung, neue, zunächst drei Meter hohe Bäume zu pflanzen. Anders sieht es entlang des Friedhofs aus. Aufgrund des Platzmangels könnten hier auch Ersatzbäume weder ein ausreichendes Wurzelwerk noch eine gesunde Krone entwickeln. Um Anfahrschäden durch größere Fahrzeuge zu vermeiden, müssten die Bäume wiederum häufig einseitig beschnitten werden und könnten weder gesund noch ansehnlich gedeihen. 

Verwaltung: Sind uns der Bedeutung der Bäume bewusst

Zurzeit prüfe man zudem, ob auf dem Friedhof in Straßennähe einzelne Bäume als Solitäre gepflanzt werden können, um so den Charakter des Ortsbildes wieder herzustellen. 

„Die Verwaltung ist sich der Bedeutung der Bäume für die Menschen, für das Klima, für Tiere und Pflanzen sowie das Ortsbild sehr bewusst. Weil aber Bäume auch krank werden können oder sterben oder an falschen Standorten platziert wurden, bleibt es nicht aus, dass sie ersetzt werden müssen, auch wenn diese nicht immer am selben Standort gepflanzt werden können“, heißt es abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare