Bauausschuss vertagt

Komplizierte Verkehrssituation an der Altenhammstraße: Mehr Stellplätze oder zweite Zufahrt

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Auf der Freifläche neben dem Heimathaus an der Altenhammstraße soll ein Neubau entstehen. Im Norden der Fläche zur Neuenhammstraße gibt es ein weiteres Bauvorhaben. Aktuell geht es darum, ob eine Zufahrt für beide an der Neuenhammstraße oder zusätzlich eine zweite an der Altenhammstraße zwischen Heimathaus und Neubau angelegt werden soll. Dann wäre dort kein Platz mehr für einen Spielplatz.

Herbern – Ein Gebäude mit vier Wohn- und zwei Büroeinheiten, so plant es ein Bauherr, soll neben dem Museum Heimathaus an der Altenhammstraße 18 in Herbern entstehen.

Als es am Donnerstag im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss aber auf Antrag des Bauherrn um die Befreiungen von einigen Festsetzungen des Bebauungsplanes ging, trat CDU-Fraktionschef Ludger Wobbe auf die Bremse. Man werde nicht zustimmen, kündigte er zunächst an. Dabei ging es ihm um die „brenzlige Verkehrssituation auf der Altenhammstraße“.

„Hier müssen wir die Bürger mitnehmen“, forderte er und kritisierte den mangelnden Informationsaustausch mit den Anliegern. „Von dem Problem der Zuwegung wurde abgesehen“, erweiterte er ferner seine Kritik. In Rede steht bei den Anliegern, eine zweite Zufahrt zwischen Heimathaus und Neubau an der Altenhammstraße anzulegen, um so die Verkehrsbelastung zu minimieren. 

Was ist bisher geplant? 

Auf der Freifläche zwischen der Altenhammstraße im Süden und Neuenhammstraße im Norden soll außer dem Wohn- und Bürohaus ein weiteres Gebäude mit zehn Appartements an der Neuenhammstraße 40 entstehen. Dieses Wohnangebot richtet sich an Mieter mit dauerhaften vitalen Beeinträchtigungen. Zu beiden Vorhaben ist eine gemeinsame Zufahrt über die Neuenhammstraße vorgesehen. 

Welche Befreiung vom Bebauungsplan „H3 Altenhamm“ ist strittig? 

Der Bebauungsplan aus dem Jahr 2006 sieht eine geschlossene Bauweise zum Heimathaus vor. Demnach müsste die geschlossene Bauweise eingehalten und ein Neubau direkt an das denkmalgeschützte Heimathaus angeflanscht werden. Das will heute niemand mehr. Auch die Denkmalschutzbehörde fordert Abstand. Diesem Anspruch hat der Bauherr entsprochen und fünf Meter Abstand eingeplant. Dort sollen der vorgeschriebene Spielplatz sowie zwei Stellplätze angesiedelt werden. Fallen diese für eine Durchfahrt aber weg, müssten der Spielplatz verlagert und zwei Parkplätze aufgegeben werden. Nachteil: Drei Stellplätze gehen verloren. 

Welche Festsetzungen wurden vom Ausschuss aufgehoben? 

Hierbei handelt sich um Festsetzungen zur Traufhöhe, zur Dachneigung und zu einer geringen Baugrenzenüberschreitung durch die Balkone. „Diese Details sind eher marginal“, ordnete Gesche Ahmann von der Bauverwaltung ein. Der Ausschuss stimmte zu. 

Welche Folgen hat eine Vertagung, um die Bürger noch anzuhören? 

Hier steht eine Frist im Weg. Denn über Befreiungen von Festsetzungen muss innerhalb von zwei Monaten entschieden werden. Ansonsten gelten sie als erteilt, schilderte Fachbereichsleiter Klaus van Roje. Diese Frist läuft am 13. Juli ab. Van Roje und Wilfried Meyer-Laucke (UWG) warnten vor möglichen Regressansprüchen. 

Wie lautete der Tenor im Ausschuss? 

Die kritische Verkehrssituation auf der Altenhammstraße ist bekannt. Die unzureichende Kommunikation mit den Anliegern wurde von den Politikern durchweg moniert. Dem Einwand von Hubert Beckmann (Grüne), es werde seit einem halben Jahr nichts getan, um die Situation zu verbessern, widersprach van Roje. Derzeit werde eine Verkehrszählung erstellt, die Auswertung brauche aber Zeit. Durch die Nachverdichtung in diesem Bereich wird die Situation verschärft, befürchten Anwohner. Eine Einbahnstraße auszuweisen, sei eine Möglichkeit, die Situation zu entzerren, lautete am Rande der Sitzung ein Vorschlag. 

Wie geht es weiter? 

Die gut zweistündige Diskussion – Sitzungsunterbrechung inklusive – mündete in einen Kompromiss. Die Verwaltung soll das Gespräch mit dem Investor suchen und klären, ob er einer zweiten Zufahrt zustimmen kann. In einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung entscheidet der Bauausschuss deshalb unter Wahrung der Frist am Dienstag, 9. Juli (16.45 Uhr, Bürgerforum). Die Ratssitzung folgt dann anschließend um 18 Uhr.

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