Zahl der Über-80-Jährigen steigt

Pflegeangebot in der Gemeinde Ascheberg (noch) ausreichend

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Das Malteserstift St. Benedikt in Herbern ist eines von zwei Alten- und Pflegeheimen in der Gemeinde Ascheberg.

Ascheberg – Die Versorgung mit stationären Pflegeplätzen sowie die Angebote zur ambulanten Pflege in der Gemeinde Ascheberg sind derzeit ausreichend. Zu dieser Einschätzung kommt die Verwaltung. Allerdings könnte sich die Situation in absehbarer Zeit ändern.

Der Grund: Die Zahl der Über-80-Jährigen in den drei Ortsteilen wächst laut Prognosen bis 2030 von heute 750 auf dann über 1.000 an.

Über die Situation im Bereich Pflege berichtete Thomas Stohldreier, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales der Gemeinde, in der jüngsten Sitzung des Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschusses. In seiner Einschätzung der Lage berief er sich auf die Ergebnisse des „Runden Tischs – Alter und Pflege“, der nach Vorlage des Pflegebedarfsplans für Ascheberg durch den Kreis Coesfeld erstmals tagte. Dazu waren zahlreiche Vertreter aus den Bereichen Pflege, Altenhilfe und Ehrenamt ins Rathaus gekommen. Zum Ist-Zustand:

Stationäre Pflegeplätze: 

Derzeit gibt es 111 Pflegeplätze in zwei stationären Einrichtungen in Ascheberg und Herbern. Weil das Seniorenheim St. Lambertus in Ascheberg auf 72 Plätze erweitern möchte, steigt die Zahl absehbar auf 132. Damit könne die steigende Nachfrage in der Gemeinde zunächst befriedigt werden, machte Stohldreier deutlich. Ein Problem stelle die mangelnde Versorgung in Davensberg dar. Zwar versuchten die Menschen auch hier für gewöhnlich, so lange wie möglich zu Hause zu wohnen bzw. gepflegt zu werden. Bei einem Wechsel in eine stationäre Einrichtung müssten die Davensberger aber gleich ihr Heimatdorf verlassen.

Kurzzeitpflegeplätze:

Zwar bieten die beiden Seniorenheime sieben Kurzzeitpflegeplätze an, sechs davon aber nur „eingestreut“, also erst dann, wenn die Plätze nicht mit Langzeitbewohnern besetzt werden können. So ist es für pflegende Angehörige mitunter kaum möglich, sich mal eine kurze Auszeit zu verschaffen und etwa in den Urlaub zu fahren. Laut Stohldreier lässt sich dieses Problem kaum auf lokaler Ebene lösen, denn für die Einrichtungen gebe es für dieses Angebot derzeit „keine auskömmliche Finanzierung“.

Wohngemeinschaften:

In sogenannten anbieterverantworteten Wohngemeinschaften gibt es derzeit zwölf Pflegeplätze, weitere zwölf seien in Planung. Die Wohnform, die es zurzeit nur in Herbern gibt, wird nach Auskunft Stohldreiers „gut angenommen“, es würden Wartelisten geführt.

Tagespflege:

Auch hier steht ein Ausbau bevor. Während es zurzeit 15 Betreuungsplätze in einer bestehenden Einrichtung gibt, die zur Appelhofstraße in Ascheberg umzieht, ist laut Stohldreier eine weitere mit 14 Plätzen an der Sandstraße in Ascheberg geplant. Pflegedienste In der Gemeinde Ascheberg sind zehn ambulante Pflegedienste aktiv. Die Anbieter seien „ausgelastet, aber nicht überlastet“, berichtete Stohldreier, wobei der Bedarf auch an hauswirtschaftlicher Versorgung weiter steige.

Servicewohnen:

Im Bereich des Betreuten Wohnens, bei dem ältere Menschen je nach Unterstützungsbedarf Leistungen abrufen können, zählt die Gemeinde Ascheberg zurzeit 24 Wohneinheiten. Aus den Gruppen sei der Wunsch nach einer Begegnungsstätte für kleinere Treffen geäußert worden, so Stohldreier.

Der „Runde Tisch – Alter und Pflege“ soll jährlich tagen und dabei die Entwicklung der Einwohnerstruktur im Blick haben, damit sich Angebot und Nachfrage in Sachen Pflege weitestgehend die Waage halten.

Auf den Einwand des SPD-Ratsherrn Volker Brümmer, ihm fehle eine „seriöse Bedarfsplanung“, entgegnete Stohldreier, dass es beim Thema Pflege schwer sei, den genauen Bedarf zu ermitteln – anders als etwa bei der Kita- oder Schulplanung, bei der man auf Geburtenzahlen zurückgreifen könne. Auch die Senioren aus Ascheberg seien bemüht, möglichst lange zu Hause zu wohnen.

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