Wer will Schöffe werden? Bewerbung über die Gemeinde

Ascheberg - Die Gemeinde Ascheberg ist aufgerufen, Vorschläge zur Wahl von Schöffen und Jugendschöffen für den Landgerichtsbezirk Münster zu benennen. Das teilte die Verwaltung jetzt mit.

Die Amtszeit beginnt am 1. Januar 2019 und geht bis zum 31. Dezember 2023. Die bundesweite Wahl findet im ersten Halbjahr 2018 statt. Die Bewerbungsfrist endet am Montag, 12. Februar.

Bewerber um das verantwortungsvolle Ehrenamt sollten verschiedene Voraussetzungen erfüllen.

Welche sozialen Kompetenzen sind gefragt?

Von den Bewerbern wird Lebenserfahrung und Menschenkenntnis erwartet, um das Handeln der Menschen in ihrem sozialen Umfeld beurteilen zu können. Sie müssen Beweise würdigen und anhand von vorgelegten Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden die Wahrscheinlichkeit des von der Anklage behaupteten Geschehens einschätzen können. Lebenserfahrung kann sich aus beruflicher Erfahrung und/oder gesellschaftlichem Engagement ableiten. Jugendschöffen sollten in der Jugenderziehung über besondere Erfahrungen verfügen.

Welche Anforderungen muss ein Schöffe erfüllen?

Er muss ein hohes Maß an Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils mitbringen, ebenso wie geistige Beweglichkeit und gesundheitliche Eignung. Juristische Kenntnisse sind dagegen nicht erforderlich.

Welche Rechte und Pflichten verlangt das Ehrenamt?

Schöffen müssen ihre Rolle im Strafverfahren kennen, sich über Rechte und Pflichten informieren und sich über die Ursachen von Kriminalität Gedanken gemacht haben. Ferner müssen sie Zeit in ihre Weiterbildung investieren. Schöffen wird hohes Verantwortungsbewusstsein, Objektivität und Unvoreingenommenheit auch in schwierigen Situationen abverlangt.

Wie ist die Verantwortung von Berufsrichtern und Schöffen gewichtet?

Schöffen und Berufsrichter sind gleichberechtigt. Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß muss eine Zweidrittel-Mehrheit erreicht werden. Somit müssen Schöffen jedes Urteil, sei es Verurteilung oder Freispruch, mitverantworten. Wer diese persönliche Verantwortung nicht übernehmen kann, sollte das Amt nicht anstreben. In der Beratung mit den Berufsrichtern sollten die Schöffen ihren Urteilsvorschlag standhaft vertreten, sich aber gegebenenfalls auch von den besseren Argumenten überzeugen lassen.

Welche Personen können vorgeschlagen werden?

Personen, die

- deutsche Staatsangehörige sind und ausreichend Deutsch sprechen,

- zum Zeitpunkt der Aufstellung in Ascheberg wohnen,

- bei Beginn der Amtsperiode mindestens 25 Jahre alt sind und das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,

- die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter haben,

- nicht wegen einer vorsätzlichen Tat zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt worden sind,

- kein anhängiges Ermittlungsverfahren wegen einer Tat haben, die den Verlust der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter zur Folge haben kann,

- sowohl geistig als auch körperlich zur Ausübung des Amtes geeignet sind und

- nicht in „Vermögensverfall“ geraten sind.

Bewerbungsvordrucke gibt es im Rathaus (Dieningstraße 7, Zimmer E 10) und online unter www.ascheberg.de. Telefonische Auskunft erteilt Rolf Kehrenberg unter der Nummer 02593/60930.

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