Vorwürfe gegen Daldrup haltlos - Lagerstätte am Bohrloch erreicht

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Herbern - Aus Sicht der Bergbehörde ist nichts dran an den Vorwürfen, die ein Gasbohrgegner als „Silvio Müller“ via Facebook-Seite „Erdöl und Erdgas in Deutschland“ über angebliche Schlampereien bei der Erkundungsbohrung in Nordick verbreitet hat. Parallel meldete HammGas: Die Lagerstätte ist erreicht.

„Alles falsche Beschuldigungen“ lautete am Donnerstag das Fazit von Abteilungsleiter Andreas Nörthen, nachdem seine Fachleute aufgrund der Hinweise den Vorwürfen eines scheinbaren Insiders noch einmal nachgegangen sind, wie es ihre Pflicht ist. „Es sind sämtliche Prüfunterlagen für die Verschraubung des Bohrgestänges eingegangen“, sagte Nörthen mit Blick darauf, dass „Silvio Müller“ die Verwendung von fehlerhaftem Material und unsachgemäße Ausführungen behauptet hat. HammGas und die Bohrfirma Daldrup prüfen deswegen rechtliche Schritte.

Keinerlei Anzeichen für Unregelmäßigkeiten

Es gebe Prüfberichte für jedes Rohr, Gewinde, Zwischenring und ein Verschraubungsprotokoll. Kurzum: Bei neun Metern Rohrlänge auf 1 700 Metern Bohrstrecke Expertisen für knapp 190 solcher Vorgänge. „Ein eindringlicher Beleg, dass hier alles ordnungsgemäß ausgeführt wurde“, so Nörthen. „Außerdem sind unsere Fachingenieure noch vor Ort und haben keinerlei Anzeichen für Unregelmäßigkeiten entdeckt.“ Vielmehr würde „sehr sorgfältig gearbeitet“.

Der Mann vom Bergamt geht davon aus, dass der nun anstehende Testbetrieb zur Untersuchung des Flözgases und der Lagerstätte etwa 14 Tage dauert. Dann muss, wie berichtet, die Erkundungsanlage wieder abgebaut werden. „Das Bohrloch muss sicher verwahrt werden“, erläuterte Nörthen. Das erfordere um den Verschluss eine kleinere mit einem Zaun gesicherte Tagesanlage.

Ob HammGas auf der Basis eines noch zu beantragenden Hauptbetriebsplanes mit einer Förderanlage ans Bohrloch „Herbern 58“ zurückkehrt, wird sich erst nach Auswertung einer zweiten Bohrung in Hamm erweisen, die noch in den Anfängen steht. Beendet war dagegen die Bohrung in Nordick am Dienstag um 0.45 Uhr. Da habe die Daldrup & Söhne AG (Ascheberg) das Projekt im geplanten Zielbereich in einer Tiefe von 1 031 Metern „erfolgreich und unfallfrei“ abgeschlossen, teilte die HammGas GmbH mit. In zirka einer Woche werde man mit dem Test beginnen. mit der Entnahme kleinerer Mengen Gas würden Lagerstättenvolumen und -druck, Durchlässigkeit des Gebirges, Fließraten sowie die Gasqualität untersucht.

„Die Analyseergebnisse liefern eine wichtige Grundlage zur Evaluierung der Wirtschaftlichkeit nach Abschluss der zweiten Aufsuchungsbohrung“, sagte HammGas-Geschäftsführer Ralf Presse. Den Prognosen nach sollen die Vorkommen im Raum Hamm 20 bis 30 Jahre Gas für die Großstadt liefern.

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