Zwei tödliche Unfälle in Ascheberg

Viele Motorrad- und Fahrradunfälle und 13 Verkehrstote im Kreis Coesfeld

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Bei einem tragischen Verkehrsunfall im April ist in Ascheberg ein 20-jähriger Motorradfahrer aus Belgien ums Leben gekommen.

Kreis Coesfeld - Die Jahresunfallstatistik 2019 der Kreispolizeibehörde Coesfeld fällt vergleichsweise positiv aus, zeigt aber auch: Speziell im Bereich der Motorradunfälle weist der Kreis im Vergleich zu den übrigen Münsterlandkreisen und vergleichbaren Regionen in NRW recht hohe Zahlen auf.

Bei den 5 945 Unfällen im Kreisgebiet waren 2019 insgesamt 65 Motorradfahrer beteiligt. 2017 hatte die Zahl noch bei 52 gelegen, 2018 dann bei 76. „Unser Kreis ist für Motorradfahrer einfach sehr attraktiv und lädt mit vielen gut ausgebauten Strecken beispielsweise in den Baumbergen sehr zum schnellen Fahren ein“, hieß es am Dienstag als Begründung bei der Vorstellung der Zahlen. 

Von den drei 2019 im Kreis Coesfeld zu Tode gekommenen Motorradfahrernstarb einer in Ascheberg auf der Steinfurter Straße. Daher würden weiterhin mit Blick auf Motorradfahrer verstärkt Prävention und Kontrollen erfolgen. Neun Motorrad-Schwerpunktkontrollaktionen gab es 2019. 

Fünf tödliche Radunfälle im Kreis Coesfeld

Und auch die Zahl der verunglückten Fahrrad- beziehungsweise Pedelecfahrer steigt: Insgesamt 302 verunglückten 2019 im Kreis Coesfeld – mit zunehmender Tendenz. So stieg die Zahl der verunglückten Pedelecfahrer von 68 im Jahr 2018 auf 80 im Jahr 2019. Und: Unfälle können bei Pedelec- beziehungsweise Fahrradfahrern allzu schnell äußerst schwere Folgen haben. So waren zwei der 13 Verkehrstoten 2019 auf dem Pedelec („E-Bike“) unterwegs, drei auf dem Fahrrad – und: vier von ihnen waren über 65 Jahre.

 So auch der 78-jährige Pedelecfahrer, der am 4. Juli 2019 auf der Merschstraße in Herbern gegen eine sich öffnende Autotür gestoßen war und sich beim Sturz tödliche Verletzungen zuzog. Keiner der tödlich verunglückten Fahrrad-/Pedelecfahrer hatte einen Helm auf. „Ich appelliere ausdrücklich, einen Fahrradhelm zu tragen“, sagte Thomas Eder, kommissarischer Abteilungsleiter Polizei. „Er kann vor schweren Kopfverletzungen schützen.“ Insgesamt 93 Prozent der an Unfällen beteiligten Fahrrad- und Pedelecfahrer wurden verletzt. 

114 Verkehrsunfälle in Ascheberg

Insgesamt hatte der Kreis Coesfeld aber im Vergleich zu den anderen Münsterlandkreisen im Jahr 2019 die niedrigste Unfallhäufigkeitszahl. 5 945 Verkehrsunfälle verzeichnete die Kreispolizeibehörde – davon 741 mit Verletzten. Wie Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Thomas Eder und Direktionsleiterin Verkehr Leonie Probst bei ihren Erläuterungen deutlich machten, ist der Anteil der Verkehrsunfälle unter Einfluss berauschender Mittel – Alkohol und/oder Betäubungsmittel (Drogen) – stark gestiegen (von 68 im Jahr 2018 auf 86 im Jahr 2019). 

Allerdings hatte es 2009 noch 91 Verkehrsunfälle unter Alkohol- beziehungsweise Drogeneinfluss gegeben. 

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (links), Thomas Eder,  kommissarischer Abteilungsleiter Polizei, und Direktionsleiterin Verkehr Leonie Probst stellten jetzt die Unfallstatistik 2019 für den Kreis Coesfeld vor.

Insgesamt verletzten sich 2019 bei Verkehrsunfällen im Kreis Coesfeld 246 Personen schwer und 693 Personen leicht. Darunter waren 84 Kinder (2018: 60, 2016: 100). Ein Trend zeigte sich bei der Zahl der verunglückten jungen Erwachsenen: Hatte sie 2016 noch bei 178 gelegen, war sie 2019 auf 154 gesunken. Insgesamt 13 Personen verloren bei Unfällen im Kreis Coesfeld im vergangenen Jahr ihr Leben (2018: 11). Zwei davon in Ascheberg. 

Dort kam es 2019 zu 114 Verkehrsunfällen, bei 40 wurden Personen verletzt beziehungsweise getötet – im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Anstieg (36 Unfälle mit Personenschaden).

VON REIMUND MENNINGHAUS

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