„Wo die Liebe hinfällt“

Spaßiger Liebeswirrwarr: Pallau-Theater begeistert mit neuem Stück

+
Beim Theaterstück „Wo die Liebe hinfällt“ treffen Kulturen auf unterhaltsame Art aufeinander: Friederikes Eltern servieren den syrischen Eltern ihres Freundes einen Korn, so wie es bei vielen Deutschen Brauch ist.

Ascheberg –  Am Samstagabend hob sich im Pfarrheim St. Lambertus erstmals der Vorhang für das Theaterstück „Wo die Liebe hinfällt“.  Das Integrationstheater „Pallau“ der Flüchtlingshilfe St. Lambertus verdeutlichte auf humorvolle Art, dass es in den Kulturen vieles gibt, das sich ähnelt.

Mit dem Besen zieht Uzma ihre Runden durch das Pfarrheim. „Ich muss putzen – ach, ich muss auch noch einkaufen …“, sagt sie. Gedankengänge, die Frau vielfach im Alltag beschäftigen. Sie steht dabei mitten im Publikum, verschwindet dann, um später schwer bepackt mit den Einkäufen die Bühne zu erobern: Es ist ein gelungener Auftakt des Theaterstücks „Wo die Liebe hinfällt“ der Theaterwerkstatt Pallau.

Bei Raschid spielt Handy die Hauptrolle

Das Stück bringt die Zuschauer mitten hinein ins Leben. Frau ist in Bewegung, Mann hat andere Pläne. Und da spielt bei Uzmas Mann Raschid das Handy die Hauptrolle. Über das Lieblingsauto, das eigentlich gar nicht gebraucht wird, lassen sich schon mal die Aufgaben vergessen, die Mann eigentlich erledigen sollte. „Das bisschen Haushalt“ zum Beispiel. Streit ist programmiert.

Sohn Ali hat die passende Therapie: „Einatmen Mama, ausatmen.“ Mit der erobert der gelernte Atemtherapeut auch das Herz von Friederike. Sie kommen sich näher, verlieben sich und wollen zusammen ziehen. Doch wie bringen sie das am besten den Eltern bei? Vor allem dann, wenn der deutsche Papa gerade mehr mit sich selbst beschäftigt ist?

Die Zuschauer hatten großen Spaß.

Friederikes Vater Karl nimmt die Neuigkeit seiner Tochter gelassen: „Cool, dann sind wir multikulti“. Mama Margot Hentschel will nichts falsch machen, als es zum Familientreffen kommen soll. Mit Freundin Karin Motzbach diskutiert sie die Thematik. Ein gemeinsames Frühstück ist die Lösung. Am Frühstückstisch prallen die Kulturen dann aber vollends aufeinander: Shisha rauchen auf der einen Seite, Schnaps trinken auf der anderen.

„Wahnsinn, was die hier auf die Bühne bringen“

Angesichts der spaßvoll aufbereiteten Gegensätze kamen die vielen Zuschauer aus dem Lachen nicht mehr heraus. „Wahnsinn, was die hier auf die Bühne bringen“, lobte eine Besucherin.

Friederikes Spitzname Freddy sorgt schon im Vorfeld fürs Haareraufen bei Mama Uzma. „Ist mein Sohn schwul, was haben wir nur falsch gemacht?“ Gut, dass sich das schnell klären lässt. Freddy ist eine Frau. Gott sei Dank. Aber zusammenzuziehen geht für syrische Eltern nur, wenn vorher geheiratet wird. Davon sind Kinder jedoch meilenweit entfernt. Während die Eltern zwischen den alltäglichen Problemen hin und herschwanken, versinnbildlichen Friederike und Ali die junge Generation: Klimaschutz, vegane Ernährung, Meditieren – das sind ihre Themen. Von ihrem Leben haben sie eine ziemlich genaue Vorstellung, sie wissen, was sie wollen. Auch wenn Liebe im Spiel ist.

Ein gelungenes Ganzes

Viele kleine Szenen haben sich am Samstagabend bei dem Pallau-Theater unter der Leitung von Gabi Sutter zu einem mehr als gelungen Ganzen zusammengesetzt. Die Akteure brachten in einem facettenreichen Stück den begeisterten Gästen mehr als humorvoll und unterhaltsam das Zusammenleben zwischen Deutschen und Flüchtlingen näher. Und da wurde eben deutlich, dass sich manche Dinge überall auf der Welt ähneln – etwa, wenn es um den Haushalt geht oder um die Liebe.

In den Rollen brillierten:

- Uzma Butt als Uzma 

- Raschid Elsheik als Raschid 

- Abid Pak als Ali 

Werner Bergerbusch als Karl Hentschel 

- Gabi Sutter als Margot Hentschel 

- Caja Homann als Friederike 

- Natja Camus als Natja 

- Anna Frank als Karin Motzbach 

Leitung: Gabi Sutter 

Veranstalter: Flüchtlingshilfe Ascheberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare