Mit E-Auto in Ascheberg unterwegs: Laden birgt Probleme

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Komfortabel: Die Ladesäule an der Volksbank.

Ascheberg - Elektromobilität ist angesagt. Aber wer in Ascheberg Strom tanken möchte, hat es nicht leicht.

Wir haben die beiden öffentlichen Ladesäulen in Ascheberg einmal an drei verschiedenen Tagen getestet: am Freitag, 6. April, am Montag, 9. April, und am Donnerstag, 12. April. Das Ergebnis fiel eher negativ aus: Zugang und Verfügbarkeit waren schlechter als in umliegenden Städten und Gemeinden. Vor der Ladesäule am Rathaus war an allen drei Tagen zumindest ein Platz zugänglich. Einmal war der linke Stellplatz von einem Benziner zugeparkt, was zu verschmerzen war. Allerdings ließ sich die Säule mit der erforderlichen Karte des „NewMotion“-Ladenetzes zunächst nicht freischalten.

Am Rathaus: NewMotion hat "Macken"

Diese NewMotion-Stationen wurden im Kreis Coesfeld einheitlich in allen Kommunen aufgestellt. Nach einem Anruf beim Betreiber am 9. April wurde die Station repariert. Am 12. April funktionierte sie dann, allerdings nur mit der Ladekarte. Mit der NewMotion-App auf dem Smartphone klappte es auch diesmal nicht. Die App ist außerdem kompliziert in der Bedienung. Die Ladekarte hat zudem längst nicht jeder Elektroautofahrer, weil es hier recht teuer werden kann.

Himmelstraße: Innogy vielfältig nutzbar

Anders sieht es mit der Ladestation auf der Himmelstraße an der Volksbank aus. Sie gehört zum großen innogy-Verbund. Hier ist der Zugang vielfältig und reicht vom Scannen eines QR-Codes über eine Freischaltung per Telefonanruf oder die Eingabe der Ladesäulen-Nummer in die eCharge-App bis zum Einsatz des „Intelligenten Ladekabels“, das alles automatisch startet. Wer keinen Vertrag mit innogy hat, kann mit paypal oder via SMS per Handyrechnung bezahlen: für jedermann nutzbar und nach Erfahrung unseres Testers zuverlässig.

Säulen widerrechtlich zugeparkt

Das Problem: Die innogy-Station wird häufig ordnungswidrig zugeparkt, beim Test gleich zwei mal. Das passiert auch andernorts, aber doch deutlich seltener als in Ascheberg. Denn meist ist die Beschilderung klar: ein Parkverbotsschild mit dem Zusatz, dass E-Fahrzeuge während des Ladevorgangs frei sind. So ist es zum Beispiel in Münster, in Dortmund oder im Kreis Warendorf geregelt. In Lüdinghausen heißt es eindeutig: „Reserviert für Elektrofahrzeuge“.

Liegt es an der Beschilderung?

An den beiden Ascheberger Stationen steht hingegen das blaue Parkplatzschild mit dem Zusatz „Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs“. Dies erkennen offenbar viele nicht als Verbot für alle anderen Autos. Ordnungsamtsleiter Rolf Kehrenberg erklärte, so habe es der Kreis Coesfeld verfügt. Dort bestätigt Abteilungsleiter Stefan Schenk den Ansatz: Er finde die positive Kennzeichnung  besser als das negative Parkverbotsschild. Rechtlich möglich sei beides. Nun will er noch mal in sich gehen. Derweil will Kehrenberg dafür sorgen, dass Benzinkutschen demnächst mehr Knöllchen bekommen, wenn sie die E-Tanke  blockieren. In Dortmund werden sie mittlerweile sogar abgeschleppt.

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