Fazit nach einem Jahr am neuen Standort

Tafel an der Südstraße: Nicht nur Lebensmittel teilen

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Zwei neue Bänke am Standort an der Südstraße: Die SPD spendete neue Sitzgelegenheiten für die wartenden Kunden der Herberner Tafel.

Herbern - Tomaten und Brötchen liegen in grünen Behältern ausgelegt. Auf zwei Bänken unterhalten sich drei Frauen mit großen Taschen.

Und im Innenhof steht ein Wagen mit der Aufschrift „Glücksbringer“: Der Standort der Tafel an der Südstraße ist ein Jahr alt. Geburtstag kann er heute mit rund 40 Bezugsgemeinschaften, feiern, die regelmäßig Lebensmittel abholen. „Das Teilen steht im Vordergrund: Wir teilen Lebensmittel, aber auch Freude und Sorgen“, sagt stellvertretende Vorsitzende Hanna Schlinge. Und gerne auch Arbeit, denn die Tafel sucht dringend Nachwuchs – und zwar nicht nur in Herbern. 

„Wir sind alle keine 20 mehr“, betont Schlinge. Die meisten Helfer seien um die 60 Jahre alt. Umso erfreulicher ist es für sie, dass mit dem ein Jahr alten Standort auch der Transportweg erleichtert wurde. „Hier sind keine Stufen und wir können die Lebensmittel schneller transportieren“, freut sich Schlinge. Vom „Glücksbringer“ geht es für die Produkte auf ein Hebegerät und dann auf Rollregale. 

Körperlich muss man für die ehrenamtliche Hilfe durchaus fit sein, denn die Fahrer und Schlepper machen am Tag mehrere Runden von den Supermärkten in die Ausgabestelle. Aber es lohne sich. „Man kriegt mindestens genauso viel von den Leuten zurück“, weiß Schlinge. Und tatsächlich scheint die Stimmung im Hinterhof des Gebäudes an der Südstraße sehr ausgelassen zu sein. Viele der rund 90 Besucher aus 40 Bezugsgemeinschaften kennen sich schon untereinander. 

Auch Vorsitzender Martin Hörster blickt gerne auf die Entwicklung des Standortes zurück. „Wir haben angefangen mit einer ‘fliegenden’ Ausgabe in unserem Glücksbringer, dann an einer überdachten Ausgabe weitergemacht und sind dann im Jochen-Klepper-Haus gelandet, weil der Bedarf so groß war“, erinnert er sich. Und schließlich zog die Ausgabe in die Südstraße. 

„Wir entwickeln uns immer ein Stückchen weiter“, sagt Hörster. Und damit nicht genug – denn nun gehören dank einer Spende der örtlichen SPD auch zwei Bänke zum Innenhof. „Das ist ein guter Punkt um sich auszuruhen und ins Gespräch zu kommen“, findet Hörster. „und wir haben auch viele ältere Kunden, die eine Sitzgelegenheit brauchen“, ergänzt Schlinge. 

Hier sollen die Kunden nun in gemütlicherem Ambiente auf die Ausgabe warten können, die aber ohnehin immer „friedlich und harmonisch“ verlaufe. „Ich habe beim grillen oder anderen Treffen immer wieder das Sparschweinchen hingestellt und den restlichen Betrag ergänzt“, berichtet Petra Haverkamp von der SPD und stellvertretende Bürgermeisterin. Somit seien die Bänke auch von Spenden finanziert. 

Sofort werden die Sitzgelegenheiten von den Kunden des Tafel-Standorts genutzt. „Die sind schön weich“, fällt einer älteren Besucherin auf, die mit eigentlich schon gefüllten Taschen noch kurz Halt macht. „Das duftet ja gut“, bemerkt eine andere Tafel-Kundin: Denn Helferinnen backen zur Feier des einjährigen Geburtstages frische Waffeln. „Die Leute behandelt sich hier sehr respektvoll, auch die Nachbarn beschweren sich nicht und sind sehr achtsam“, sagt Schlinge zufrieden.

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