Igelmutter wurde überfahren

Susanne Sendermann päppelt Igelbabys auf

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Susanne Sendermann zieht zwei Igelkinder groß.

Herbern - Zwei putzmuntere Igel-Kinder halten Susanne Sendermann aktuell ganz schön auf Trab. Von morgens bis abends kümmert sie sich um die Waisen. So niedlich die Geschichte auch ist, sie hat einen traurigen Hintergrund.

Die Igelmutter ist wenige Tage nach der Geburt ihres Nachwuchses gestorben. Gemutmaßt wird dieses von der Familie Sendermann, denn dieser besagte Igel lag überfahren auf der Hauptstraße am angrenzenden Garten, wo die beiden Findelkinder gefunden wurden. Heinrich Sendermann, der Vater von Susanne, hatte erst vor einer Woche einen der zwei Igel im heimischen Garten gefunden. Und, nachdem sich niemand um den Kleinen kümmerte, umsorgte er ihn auch. Tochter Susanne holte sich Informationen bei der Igelnothilfe Dortmund und beim Tierarzt. Als dann noch ein Igelbaby dazukam, übernahm die Herbernerin direkt die Patenschaft für die beiden kleinen Stachelkinder.

Gewicht der Igel kontrollieren

„Der zweite Igel war schon mit 104 Gramm sehr klein. Der wollte auch erst nicht fressen. Erst als der große ihn ein paarmal angestupst hat, ging es. Alle zwei Tage kontrolliere ich das Gewicht. Das ist ja auch Stress für die Tiere“, erzählt Sendermann. Wegen Dackelrüde Karlsson, der zur Familie gehört, wurde das Nest in die Garage verlegt. In einer großen Kiste – ausgestattet mit Pappe und zusammengeknülltem Zeitungspapier – fühlen sich die beiden Waisen wohl. Die Mahlzeiten, die alle drei Stunden verabreicht werden und jeweils eine Stunde in Anspruch nehmen, sind inzwischen zur Routine geworden. „Ich bereite morgens jetzt immer Rührei vor. Das schmeckt ihnen gut. Aber auch Katzenfutter und Fencheltee gibt es für die kleinen Igelbabys.“ 

Ausgewachsene Igel sollen wieder in die Freiheit

Die Vollpension, die die Stachelkinder genießen, bekommt ihnen gut. Die Kleinen wogen zunächst zwischen 104 und 119 Gramm, mittlerweile hat der kleine 117 und der Große 202 Gramm. Wenn sie groß genug sind werden die beiden natürlich wieder ausgesetzt, betont Susanne Sendermann. „Es sind schließlich Wildtiere.“ Ob das bis zum Beginn des Winters klappt, ist ungewiss, denn die Tiere sollten 400 bis 500 Gramm schwer sein, damit die Überlebenschancen gut stehen. Allein gelassen werden die Kleinen auf jedem Fall nicht.

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