Stefan Bomholt widmet sich anspruchsvoller Putenzucht

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Im Garten von Stefan Bomholt herrscht reges Treiben. Neben Alpakas, Hühnern und Tauben sind dort jetzt auch deutsche Puten heimisch.

Herbern - Stefan Bomholt züchtet neben Tauben jetzt auch Puten. Seine Erfahrung in der Geflügelzucht und durchaus auch der warme Sommer spielten ihm hier in die Karten. Sein zwei Jahre altes Puten-Pärchen hat mittlerweile sieben Nachkömmlinge.

Die deutschen Puten, ursprünglich waren dies kanadische Wildputen, alte Nutztierrassen, die vom Aussterben bedroht sind, haben es dem 41-Jährigen angetan. In seinem Garten an der Rulle fehlt es den Tieren an nichts. Gras und Brennesseln finden sie hier zuhauf, geschroteter Mais und Weizen werden zugefüttert. Alpakas, Hühner und Tauben sind in Bomholts Garten ebenfalls heimisch. Die Puten-Zucht sei deshalb so anspruchsvoll, weil die Tiere sehr anfällig seien, berichtet Bomholt. Im Februar hatten Hahn und Henne von 2017 ihre erste Nachzucht (drei Hähne, eine Henne). 

Imposante Puten dienten Indianern als Kopfschmuck

Die erste Brut, erklärt Bomholt, sei mit der Brutmaschine ausprobiert worden. Diese Puten sind aber jetzt auch schon ein Jahr alt, berichtet Bomholt und zeigt auf die imposanten Tiere. „Das diese Tiere etwas ganz einzigartiges haben, wussten schon die Indianer, denn neben dem Fleisch fertigten sie aus Putenknochen Werkzeuge an. Zudem stellten sie aus den Federn Kleidung und Kopfschmuck her. Das ,Radschlagen’ des balzenden Puters findet man im Häuptlings-Kopfschmuck der Prärie-Indianer wieder“, erzählt der 41-jährige Geflügelzüchter. 

Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins ist begeistert

Für Bomholt gehört das aber eher in die Geschichtsbücher. Puten seien weitsichtig, im Nahbereich hätten sie jedoch Orientierungsschwierigkeiten und fänden ausgestreutes Futter nur durch Zufall. Ihre starren Verhaltensmuster bergen ein weiteres Problem: Dadurch lassen sie sich leicht in Panik versetzen und flüchten mitunter kopflos. Ein einmal ausgelöstes Verhaltensmuster, als eine angeborene Reaktion auf einen äußeren Reiz, läuft stets bis zum Ende ab. „Die Möglichkeit, auf ein anderes Programm umzuschalten, haben Puten nicht“, schildert Bomholt. Wenn es möglich ist, werden Hahn und Henne bei der Geflügelausstellung der Eintracht Herbern am 23. und 24. November ausgestellt. Der erste Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins, Rainer Nienhaus, ist hellauf begeistert: „Das hatten wir bisher noch nie. Großgeflügel auf einer Kleintierzucht-Ausstellung ist schon was Besonderes“, sagt Nienhaus.

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