Starke Nachfrage nach den Selbstbehauptungskursen

Jörn Seibert beobachtet, wie die Teilnehmerinnen die ersten Übungen meistern. ▪
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Jörn Seibert beobachtet, wie die Teilnehmerinnen die ersten Übungen meistern. ▪

HERBERN ▪ Zehn Kinder toben durch den Sportraum des Kindergartens St. Benedikt. Bei einem Fangspiel müssen sie sich gegenseitig retten, indem sie dem Gefangenen durch die Beine kriechen. Danach sitzen sie zusammen auf den blauen Matten und reden darüber, ob sie schon einmal Angst hatten. Nur zaghaft geben sie es teilweise zu.

Gestern begann der vierte Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurs für Kinder am Kindergarten St. Benedikt in Herbern. Die Kinder im Alter zwischen sieben und neun Jahren nehmen an dem zehnwöchigen Kurs teil. „Ziel ist es ihnen zu zeigen, dass jeder Nein sagen darf und auch kann“, erläutert Jörn Seibert sein Konzept. Für den Selbstverteidigungstrainer hat die Selbstbehauptung durch eine bestimmte Körpersprache und die Vermeidung von Gewalt durch Worte Priorität.

„Sie lernen, wie bestimmte Körperhaltungen wirken und welche Grenzen gegenüber anderen eingehalten werden müssen“, so Seibert. Wie sie ihre eigenen Grenzen schützen können, ist ebenfalls Thema. Parallel zu diesen Übungen lässt er sie in vielen Spielen, in denen sie auch ihre Stimme einsetzen müssen, toben. „Rumtollen und sich richtig austoben können, finde ich wichtig während der Stunde“, so der Familienvater weiter.

Der Hammer begann vor zwei Jahren Kurse in Selbstverteidigung zu geben. Zunächst viel im privaten Bereich, gibt er seit dem vergangenen Jahr die Kinderkurse in Herbern. „Ich war unzufrieden mit einem Kurs, den mein Sohn belegt hat und wollte es besser machen“, erklärt er den Anfang. In Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Herbern entstand die Idee für die Kinderkurse.

Seit dem ersten Kurs ist die Nachfrage nach den Plätzen sehr groß. Der jetzige Kurs ist schnell ausgebucht gewesen und auch der Kurs im Mai ist schon fast voll. Angedacht sei daher seitens des Familienzentrums ein weiterer Kurs für den kommenden Herbst, so Seibert.

Nach einer Vorstellungsrunde müssen die zehn Jungen und Mädchen eine erste Aufgabe absolvieren. Sie sollen sich über einen schmalen Steg entgegenkommen und irgendwie aneinander vorbeigehen, um die andere Seite zu erreichen. „Häufig gibt es Kinder dazwischen, die dann anfangen, die anderen zu schupsen“, erklärt er den Sinn hinter dem einfachen Spiel. In dieser Gruppe verhalten sich aber alle vorbildlich. Sie helfen sich gegenseitig, um die schwierige Übung zu meistern. ▪ gök

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