Sportentwicklungsplan vorgelegt: Kein akuter Neubaubedarf

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Die Turnhalle an der Altenhammstraße in Herbern von oben: Ein Neubaubedarf im Zuge der Umstrukturierung der Schulstandorte wird mittelfristig nicht gesehen.

Ascheberg – Der Sportentwicklungsplan für die Gemeinde Ascheberg liegt auf dem Tisch. Das vielseitige Werk umfasst Analysen, Daten, und Vorschläge dazu, wie man das Sportangebot fit für die Zukunft machen kann.

Dazu hatte der Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschuss Ende 2017 die Expertise des „Trainerteams“ um Professor Dr. Horst Hübner von der Bergischen Universität eingeholt, die dieser am Dienstagabend in der Sitzung in der Kita Grashüpfer vorstellte.

So viel vorweg: Die Umsetzung eines passgenau auf die sportlichen Bedarfe und Interessen der Ascheberger zugeschnittenes Konzept ist nichts für die Sprintstrecke. Vielmehr sind Ausdauer und Qualitäten wie im Hürdenlauf gefragt. Die Spannbreite zwischen verpflichtenden Schul-, klassischen Vereins- und selbst organisierten Trendsportangeboten ist groß.

Fußballplätze aufgeben?

Im Bereich Fußball könnten – immer vorausgesetzt die Vereine TuS Ascheberg und SV Herbern stimmen zu – der alte Aschenplatz an der Herberner Straße in Ascheberg und der Rasenplatz an der Werner Straße in Herbern im Sinne einer Konzentration aufgegeben werden. Dafür, so Hübner, könnten die Anlagen an der Nordkirchener Straße und am Siepen ausgebaut werden.

Einen akuten Neubaubedarf von Turn- und Sporthallen, wie er z.B. im Zuge der Umstrukturierung der Schulstandorte für die Turnhalle in Herbern angedacht wurde, sieht Horst Hübner mittelfristig nicht. „Die Sporthallenpreise sind zurzeit drastisch ungünstig“, fügte er hinzu.

Blick in die Nachbarschaft

Die Bestandsanalyse der Gutachter zu den Sportstätten und Sportangeboten vor Ort sowie deren vergleichender Blick auf jüngere Studien zum Sportverhalten in der Nachbarschaft (Dülmen 2013, Rheine 2015, Münster 2013/2014) liefern nun eine fundierte Basis für Diskussionen zwischen Sportvereinen, Schulen, Politik und Verwaltung. Folgenden Fragen haben sich die Experten schwerpunktmäßig gewidmet.

Welche Bedarfe an Sportanlagen ergeben sich aus der Zusammenführung der Profilschule in Ascheberg und für die Lambertus- und Mariengrundschule? 

Für die Gutachter hat die gute Ausstattung der am Standort Ascheberg konzentrierten Profilschule Priorität. Um den durch einen Gebäudeneubau verlorenen Platz zu kompensieren, solle deshalb die Ballwiese nebenan zum Spiel-, Sport- und Bewegungsraum ausgebaut werden. Das steigere auch die Attraktivität der Schule, ist man überzeugt. Um den Schwerpunktbereich „Laufen-Springen-Werfen-Leichtathletik“ abzudecken, sollen auf der Gymnastikwiese eine 100-Meter-Laufbahn sowie Weit- und Hochsprunganlagen entstehen. Bei einer potenziellen Aufgabe des Sportplatzes an der Herberner Straße müsste ferner für die Lambertusgrundschule ein Bereich für die verpflichtenden Angebote „Laufen, Springen, Werfen“ entstehen. Die Marienschule in Herbern benötige nach einem Umzug in die Profilschule ebenfalls Sport- und Bewegungsflächen auf dem Schulgelände.

Welche Sportaktivitäten zeigen die Studien aus den Nachbarkommunen unter anderem auf?

Laut der Gutachter gibt es einen hohen sport- und bewegungsaktiven Anteil in der Bevölkerung. Männer und Frauen sind vergleichbar vertreten. Wettkampfsport in Mannschaften oder als Einzelsport wird von 13 bis 15 Prozent betrieben. Das selbst organisierte Sporttreiben ist in den Nachbarkommunen am stärksten ausgeprägt. Der Verein ist weiterhin wichtigster „institutioneller“ Sportorganisator. Die Hälfte der Sport- und Bewegungsaktivitäten wird in Parks, im Wald, auf Wegen und Straßen ausgeübt und ein Drittel in Sportstätten der Grundversorgung. Es besteht eine große Vielfalt an betriebenen Sportarten.

Welche Entwicklung zeigt die Zahl der Vereinsmitgliedschaften? 

Im Zeitraum von 2000 bis 2018 sind die Mitgliedschaften in den Vereinen der Gemeinde Ascheberg deutlich um 655 oder 13,1 Prozent gestiegen. Das Gros davon wurde in der Altersgruppe über 60-Jährigen registriert (plus 602 oder 158 Prozent). Gleichzeitig schrumpften die Mitgliederzahlen der unter 19-Jährigen um 194 oder minus zehn Prozent. Mit drei Fünftel stellen die Männer seit Jahren den größeren Anteil der Vereinsmitglieder. Beim Blick auf die Sparten stellten die Gutachter Gewinner und Verlierer fest, die sich vor allem auf die veränderten Organisationsquoten bei den 18 -Jährigen und bei den über 60-Jährigen ergeben. 

Als nächsten Schritt beauftragte der Ausschuss die Verwaltung einstimmig, ein Umsetzungspapier zu erarbeiten und darin Maßnahmen zu priorisieren.

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