Schnelle Boote – schlaue Esel: Sommerfest an der Gesamtschule

+
Die Schülerinnen des Maultier- und Eselprojekts hatten genug Erfahrungen gesammelt, um andere Kinder reiten zu lassen.

NORDKIRCHEN - „Das ist ein Sumpfboot, das kann über nassen Rasen fahren“, erklärt Paul Overbeck einer Besucherin des Schulfestes an der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule. Das Fest sollte eigentlich zum Abschluss der Schul-Projektwoche vor den Sommerferien gefeiert werden. Nachdem jedoch der Hausmeister plötzlich verstorben war, war es auf den gestrigen Freitag verlegt worden.

„Die Verschiebung des Festes war für alle nicht ganz einfach, weil der unmittelbare Bezug zu der Projektwoche nicht mehr gegeben war“, erklärte Schulleiter Ulrich Vomhof. Deshalb hatte er den Unterricht am Freitag früher beendet, damit sich die Schüler in ihren alten Projektgruppen noch einmal vorbereiten konnten.

Für Paul Overbeck aus der 6a stellt der zeitliche Abstand zum Klassenprojekt kein Problem dar. Der Elfjährige kann die Daten seines Bootes abspulen: „Der Propeller leitet den Wind in das Seitenruder. Das Boot wird mit einer 9,5-Volt-Batterie betrieben und besteht aus Kunststoff, Glasfaser und wasserdichtem Lack.“ Der Elfjährige hat das Boot, mit Unterstützung seines Onkels, in seiner Freizeit gebaut und für ein Projekt mit in die Schule gebracht. „Unser Thema war die Meyer-Werft, dorthin wollen wir unsere Klassenfahrt machen“, erklärt Pauls Schulfreund Aniello Speemann.

Ebenfalls begeistert von ihrem Projekt zeigte sich Luci Große Daldrup aus der Klasse 6c. „Es ging um Pferde, Esel und Maultiere“, erklärt sie, während sie einem Mädchen in den Sattel eines Esels hilft. Zum Abschluss dieses Projekts konnten die kleinen Besucher des Schul-Sommerfestes ein oder zwei Runden reiten. „Bei dem Projekt haben wir gelernt, wie man Esel pflegt oder wie man Kutsche fährt“, sagte Luci. Beim Reiten der Esel machte sie die Erfahrung, dass die Tiere sehr schlau sind: „Was die nicht wollen, wollen sie nicht.“

An die 30 Projekte stellten die Schüler der Gesamtschule vor. „120 Schüler des achten Jahrgangs haben an einem Sozialprojekt teilgenommen, haben im Altenheim, in Kindergärten oder bei der Tafel in Lüdinghausen ein kleines Praktikum gemacht“, erklärte Lehrerin Renate Garthaus. Die Schüler gaben ihre Erfahrung beim Schulfest weiter. Um zu zeigen, wie ältere Menschen sich fühlen, hatten sie ein Geschicklichkeitsspiel vorbereitet – inklusive Brillen mit Sichteinschränkung und Bleiwesten, die die Bewegungen hemmten. „Ganz schön schwer“, japste eine Schülerin, nachdem sie das Spiel hinter sich hatte.

Bei dem Fest übergab Schulleiter Vomhof außerdem 12 000 Euro, die Schüler vor den Ferien bei ihrem traditionellen Sponsorenlauf für gute Zwecke erlaufen hatten. Einen Scheck über den halben Betrag nahm Skateboard-Pionier Titus Dittmann entgegen. Dittmann unterstützt skate-aid, das Kinder- und Jugendprojekte in Krisengebieten fördert. Die andere Hälfte des Geldes geht an die Partnerschule der Schlaun-Schule in Kathmandu. - asz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare