Rückkehr der Heckrinder in die Davert

ASCHEBERG ▪ Heckrinder und Konikpferde für die Davert und die Ausbildung regionaler Gästeführer – über diese Themen informierte am Mittwochabend Andreas Beulting, wissenschaftlicher Mitarbeiter der NABU-Naturschutzstation Münsterland, die Teilnehmer des Bereichsforums Kultur und Touristik von Ascheberg Marketing.

Zu dem Gesprächsabend begrüßte Geschäftsführerin Melanie Wiebusch neben dem Referenten gut 20 Zuhörer im Ascheberger Bürgerforum.

Mit dem Auftrieb der urtümlichen Heckrinder und der frei lebenden Pferde beginne im Oktober das langfristige Beweidungsprojekt Emmerbachaue, kündigte Beulting an. Für die Davert – mit 2 220 Hektar größtes Laubwaldgebiet des Münsterlandes und Naturschutzgebiet von europäischem Rang – ist die Rückkehr der großen Weidetiere in die Wildbahn ein Gewinn. Anstelle ihrer ursprünglichen Vorfahren wie Auerochsen, Waldtarpan, Wisent oder Rothirsch sollen die Rinder und Pferde ihren Part im Waldökosystem der Davert übernehmen.

Dass die genügsamen Heckrinder noch viele Merkmale ihres Urahns, dem 1627 ausgestorbenen Auerochsen, aufweisen und ganzjährig auf der Weide problemlos Wind und Wetter standhalten, liege an einer jahrzehntelangen Abbildzüchtung, erläuterte Andreas Beulting den Zuhörern. Für naturinteressierte Besuchergruppen in der Davert dürfte die Tierherde wie schon in einem ähnlichen Projekt in den Ems-Auen zur Attraktion werden.

Zur touristischen Begleitung des im Wettbewerb „Erlebnis NRW“ erfolgreichen Projektes will der NABU neben Rad- und Wanderkarten zum Beispiel buchbare Programme wie Radtouren und Wanderungen oder kulinarische Veranstaltungen erarbeiten. Vorbild sind hierfür die „Tischlein-deck-dich-Tour“ durch die Davert oder die Tour „Von Milch zu Käse“, zwei inzwischen sehr beliebte Angebote der Natur-Genuss-Route des NABU.

Dabei sucht der Naturschutzbund die Zusammenarbeit mit Gastronomen oder landwirtschaftlichen Höfen mit Direktvermarktung, um Natur in mehr als einer Hinsicht zum Genuss zu machen.

Mit der eingangs genannten Ausbildung von regionalen Gästeführern will der NABU die Kenntnisse der Menschen vor Ort über Natur, Landschaft, Geschichte oder Bauwerke nutzen. Auch dieses Projekt war beim Wettbewerb „Erlebnis NRW“ siegreich. Dessen Umsetzung ist aber noch nicht bis in die Details geklärt. Es müsse zum Beispiel darüber beraten werden, wie der Eigenanteil an der Projektfinanzierung zu schaffen ist.

Rund 80 Stunden, vornehmlich an Wochenenden, werden die Schulung der regionalen Gästeführer voraussichtlich dauern. Die Teilnehmer an der kostenlosen Ausbildung müssten mehrere Module durchlaufen, von der Naturerfahrung, Umwelt- und Erlebnispädagogik bis hin zu Exkursionen, beschrieb der NABU-Mitarbeiter den Ablauf. Außerdem müssten Grundlagen für Naturschutz- und Landschaftspflege erworben werden. Das Gelernte werde dann mit einer schriftlichen Prüfung, einer Präsentation und in einer selbst zu entwickelnden Prüfungs-Exkursion abgefragt, bevor das Zertifikat Natur- und Landschaftsführer vergeben werde, ergänzte Beulting.

Interessenten erhalten bei Ascheberg Marketing weitere Informationen, betonte Melanie Wiebusch.

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