Pferdetourismus soll gestärkt werden

Die Tourismusexperten Oliver Becker (v.l.) und Mathias Behrens-Egge sowie Marion Pleie und Michael Kösters vom Münsterland e.V. informierten die Gäste über die Münsterland-Reitroute. ▪
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Die Tourismusexperten Oliver Becker (v.l.) und Mathias Behrens-Egge sowie Marion Pleie und Michael Kösters vom Münsterland e.V. informierten die Gäste über die Münsterland-Reitroute. ▪

MÜNSTERLAND ▪ „Was der Nürburgring den Rennfahrern und der Jakobsweg den Wanderern bedeutet, das soll die Münsterland-Reitroute für Pferdefans sein.“ Dies sagte Thomas Kubendorff, Landrat des Kreises Steinfurt, bei einer Info-Veranstaltung zur Münsterland-Reitroute.

Um dieses Ziel verwirklichen zu können, sind der Münsterland e.V., der das Projekt federführend umsetzt, und seine Partner vor allem auf die Mithilfe von Betriebsinhabern und Touristikern angewiesen. Diese waren eingeladen, sich von den Potenzialen des Großprojekts zu überzeugen.

Das Münsterland ist Deutschlands Pferderegion Nummer eins: 700 Kilometer ausgeschilderte Reitrouten stehen hier bereits zur Verfügung – allerdings unverbunden und nur lückenhaft mit pferdefreundlichen Unterkunfts- und Gastronomiebetrieben versorgt. „Genau hier liegt Ihre Chance“, appellierte Projektleiterin Marion Pleie vom Münsterland e.V. an die rund hundertzwanzig Gäste, die zu der Veranstaltung im Westfälischen Pferdemuseum Münster gekommen waren. Denn das vom Land NRW mit rund 2,3 Millionen Euro geförderte Projekt beinhaltet nahezu das Komplettpaket: Neben dem Ausbau der rund tausend Kilometer langen Strecke sollen die touristischen Angebote miteinander vernetzt werden, über gezielte Schulungen des vorhandenen Personals soll den Gästen der bestmögliche Service geboten werden. Nicht zuletzt investieren die Organisatoren in die Bausteine Marketing und Vertrieb. Der Vorteil für die Betriebe: eine FN-Kennzeichnung, die renommierte Auszeichnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V., sowie der Erwerb des Service Q, das anerkannte Siegel für Servicequalität in Deutschland.

Welche wirtschaftliche Bedeutung dahinter steckt, erklärte Michael Kösters, Vorstand des Münsterland e.V.: „Allein im Jahr 2010 wurden durch Tages- und Übernachtungsgäste im Münsterland rund 1,93 Milliarden Euro umgesetzt. Für die Region birgt die Tourismusbranche also einen hohen Wirtschaftsfaktor.“ Dabei stecke gerade im Thema Reiten noch viel ungenutztes Potenzial, wie der Tourismusexperte Mathias Behrens-Egge erläuterte: „Rund ein Drittel aller pferdebegeisterten Deutschen hegt ein bisher unerfülltes Interesse an einem Reiturlaub. Die vorhandenen Angebote werden leider nicht offensiv genug präsentiert.“ Ein Manko, das auch der Tourismusberater Oliver Becker in seinem Vortrag behandelte: „Kunden sollten bedient werden anstatt selbst nach Möglichkeiten suchen zu müssen.“

In einer abschließenden Podiumsdiskussion sprachen Gerlinde Hoffmann und Dr. Joachim Wann von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Lieselotte Raum von der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftskammer und Elke Waning vom Zentrum für Freizeitreiten, Rosendahl, über die verschiedenen Facetten des Pferdetourismus‘ im Münsterland. ▪ red

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