Risse in St. Benedikt: Die Linden ringsum werden ab Montag gefällt

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Schön fürs Auge - schlecht für die Bausubstanz: Die Linden ringsum haben die Kirche St. Benedikt mit ihrem Wurzelwerk beschädigt und werden gefällt. 

Herbern - Die Linden ringsum haben die Risse in der St. Benedikt-Kirche verursacht: Sie werden gefällt. 

„Die Bäume müssen weg“, teilte am Mittwoch Pfarrer Stefan Schürmeyer mit, was der eingesetzte Gutachter rät. Schon am Montag soll die Fällaktion um 7 Uhr beginnen, dabei werden zugleich die Wurzeln der Linden ausgefräst. Schürmeyer bedauerte den Kahlschlag, aber „die Rissbildung hat uns schon länger besorgt.“ Außerdem soll im Herbst Ersatz gepflanzt werden.

Wie berichtet, hatten sich vor anderthalb bis zwei Jahren Risse in Kirche, Sakristei und alter Sakristei gebildet, die auch von außen gut erkennbar sind. Im Innern der Kirche zeigen sie sich an Fenstern und im Sockel des Taufbeckens. Auch wenn die Standfestigkeit des alten Gebäudes, und somit die Sicherheit der Kirchgänger, nicht gefährdet sei, gebe es nun Handlungsbedarf. Durch den sehr trockenen Sommer 2018 hätten die Risse besorgniserregende Ausmaße angenommen, erklärte Schürmeyer.

Obwohl erst im Frühjahr 2018 die Risse neu verputzt worden waren, gab es schon im Sommer neue, wie die angebrachten Rissmonitore offenbarten. Der Mergelboden unter der Kirche sei von Lindenwurzeln durchzogen, die hielten Erdreich und Kirchbau in Bewegung, weil so im Sommer Wasser entzogen werde (Sommerfrost) und im Winter Wasser zurückfließe, fasste der leitende Pfarrer die Erkenntnisse zusammen. Im Dezember 2018 waren die Fundamente der Kirche dafür untersucht worden. Den Boden könne man nicht ändern und im nächsten Sommer sei wieder mit neuen Rissen zu rechen, begründete er die Fällaktion.

Rund um den Vorplatz der Kirche könnten acht Bäume stehen bleiben. Dennoch wird sich für die Herberner vorerst ein ungewohntes Bild bieten. Zur Pflanzzeit im Herbst aber, versicherte der Pfarrer, würden neue Bäume gesetzt. Dann werde man eine Sorte wählen, die tief wurzele und salzresistent sei. „Uns ist bewusst, dass dies das Bild um St. Benedikt verändert und gerade bis zur Neubepflanzung keinen schönen Eindruck macht. Gäbe es eine Möglichkeit, anders zu verfahren, würden wir diese ergreifen. Leider gibt es nur die Güterabwägung: alte Bäume oder denkmalgeschützte Kirche St. Benedikt“, so Schürmeyer. Wegen der Rodung sind die Anlieger durch Aushänge schon gebeten, am Kirchplatz vorerst nicht zu parken. Mögliche Fragen beantwortet Architekt Christian Greve, Tel. 0 25 99/461.

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