Rettungsleitstelle des Kreises Coesfeld ist erfreut

Ein Schild, das Leben retten kann: Orientierungshilfen für Rettungskräfte

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Gerd Miller zeigt in der Nähe der 18 Abschläge, am Golf-Café und an der Drivingrange gut sichtbar, die nummerierten Notfallschilder.

Herbern/Ascheberg - Notfallplaketten weisen an vielen Bänken in den Außenbereichen der Gemeinde Ascheberg den Weg – und zwar Rettungskräften, die im Ernstfall schnell einen Verletzten oder Kranken auffinden müssen.

Der politische Wille wurde mit praktischer Hilfe des Heimatvereins Herbern und des Bänkevereins Ascheberg/Davensberg realisiert. Parallel dazu hat der Golfclub Wasserschloss Westerwinkel seine weitläufige Anlage zum Saisonstart im April in Eigenregie mit 20 Notfallschildern ausgestattet. Über die Maßnahmen der Gemeinde und des Golfclubs ist man bei der Rettungsleitstelle des Kreises Coesfeld erfreut. 

Das sei hilfreich, denn es zähle im Notfall eben jede Minute, erklärte der Leiter der Kreisleitstelle Coesfeld, Daniel Pfau, am Freitag auf WA-Nachfrage. „Mit jeder Minute sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent“, ordnete er ein. Der Rettungsplan des Herberner Golfclubs hat sich sogar schon einmal bewährt. „Vor sechs Wochen hat es geholfen, ein Leben zu retten“, berichtet Clubmanager Ralf Behler. 

Einsatzort schnell lokalisiert

Nach dem plötzlichen Herzinfarkt eines Golfers hatten die Retter dank der Koordinaten, die der Rettungsleitstelle vorliegen, den Einsatzort schnell lokalisiert. Mitgolfer hatten die Nummer des Notfallschildes am Loch 9 zuvor durchgegeben und ein Radfahrer zusätzlich das Golfbüro verständigt. Mit dem Golfcart waren Ersthelfer mit dem Defibrillator schnell vor Ort und der Patient kam in die Klinik. 

Auch Behler erinnert sich noch genau den Ernstfall mit gutem Ausgang. Mit der Übernahme des Platzes durch den 900 Mitglieder zählenden Golfclub habe man frühere Pläne für einen Rettungsplan zwischen Januar und April zügig umgesetzt. „Ein Drittel unserer aktiven Golfer und Gäste ist über 60 Jahre und älter; die weiteste Entfernung auf dem Golfplatz beträgt immerhin zweieinhalb Kilometer.“ 

Handlungsbedarf gesehen

Da habe man Handlungsbedarf gesehen, berichtet Behler. Bei der Ausarbeitung des Sicherheitskonzeptes habe man auf das Knowhow von Clubmitglied Gerd Miller gesetzt, der als früherer Stadtbrandmeister von Bergkamen über entsprechende Erfahrungen verfüge. An jedem Abschlag der 18-Loch-Golfanlage befindet sich nun ein Notfallschild, dessen Nummer mit den jeweiligen GPS-Koordinaten bei der Kreisleitstelle hinterlegt ist. Je eine weitere Plakette befindet sich am Golfcafé und an der Driving Range. 

Eine Übersichtskarte zeigt die Standorte und eine Infotafel alle wichtigen Informationen. Die örtlichen Gegebenheiten mit vier Zufahrten zum Gelände rund um das auch bei Spaziergängern und Radfahrern beliebte Wasserschloss wurden ebenfalls eingearbeitet. Anders als zuvor könne die Rettungsleitstelle nun die kürzeste Zufahrt umgehend ausmachen, hieß es weiter. 

„Standort Herbern 030“ steht auf dem ersten Notfallschild, das Franz Wemhoff (links) und Gerd Gesenhoff vom Heimatverein Herbern an einer Bank an der Nordicker Straße/Ecke Spinnholt angebracht haben.

Die vorhandenen 20 Notfallschilder, die auch anderen Parkbesuchern zugänglich sind, sollten noch um drei weitere ergänzt werden, kündigte der Clubmanager an. Den Ratsbeschluss der Gemeinde, die Notfallplaketten an Bänken in den Außenbereichen anzubringen, setzt der Heimatverein für Herbern nach und nach um. „Die Gemeinde hatte uns darum gebeten“, erläuterten die Mitglieder um den Vorsitzender Egon Zimmermann. Neben der Notrufnummer 112 finde sich auch hier eine Nummer, zum Beispiel Herbern 013. 

Diese Banknummer sei mit den dazugehörigen Koordinaten in einer Liste hinterlegt, die bei den Rettungsdiensten vorliegt. Auf diese Art und Weise sei in Nordkirchen, das ebenfalls ein Notfall-Schildersystem installiert hat, bereits ein Menschenleben gerettet worden, informiert der Heimatverein. Mit dem Anbringen der Plaketten überprüfe man gleichzeitig auch den Bestand der Bänke. So könnten sukzessive auch defekte Bänke durch Bankspenden ersetzt werden. 

Zu den ersten Spendern gehören die Volksbank Ascheberg-Herbern, die Sparkasse Münsterland Ost und die Tietze-Stiftung, hieß es beim Heimatverein, der auf weitere Spender hofft. Die Bänke stehen stabil auf einem VA-Gestell, werden von dem bewährten Bankbauer Bernhard Schriever aus Capelle hergestellt und kosten ungefähr 250 Euro. Beim Anbringen der Notfallplaketten in den Außenbereichen von Ascheberg und Davensberg ist wiederum der dortige Bänkeverein behilflich. So arbeitet man in der Gemeinde gemeinsam an dem Projekt.

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