Nordicker Trinkwasser: Grenzwerte überschritten

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Das Trinkwasser aus den Brunnen in Nordick ist beim gasbohren das sensibelste Gut.

Herbern - Aus Angst vor dem, was das Gasbohren bringt, hat ein Nordicker sein Brunnenwasser untersuchen lassen: Einige Grenzwerte sind heute schon überschritten.

Die Menschen in der Bauerschaft Nordick sorgen sich angesichts der geplanten Bohrung nach Flözgas durch die HammGas GmbH um ihr aus Brunnen gewonnenes Trinkwasser. Wie es um dessen Qualität aktuell bestellt ist, wollte Anwohner Frank Holtrup, wissen und ließ es untersuchen. Das Ergebnis: Einige Grenzwerte – etwa die von Natrium und Sulfat – sind deutlich überschritten.

Warum, das weiß Holtrup nicht. In der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag äußerte der Ingenieur und Familienvater indes die Vermutung, dass dies im Zusammenhang mit den Bohrungen nach Kohlevorkommen in den 1970er- und 80er-Jahren stehen könnte, weil etwa Wasser aus tieferen Regionen in das Grundwasser gelangt sein könnte. Holtrup, 36 Jahre alt, sitzt für die CDU in dem Gremium.

Gibt es noch alte Unterlagen zu den Bohrungen sowie Erkenntnisse zu eventuellen Belastungen des Trinkwassers in Bergbauregionen? Das wollte Holtrup am Dienstag wissen. Fachbereichsleiter Klaus van Roje von der Gemeindeverwaltung erläuterte, dass zumindest das Natrium im Münsterland geogener, also natürlicher Herkunft, sei. In Sachen Trinkwasser-Qualität stehe man ansonsten im Kontakt mit dem Kreisgesundheitsamt, und dieses sah bislang keine Veranlassung einzuschreiten.

Holtrup geht davon aus, dass seine Untersuchung weitreichender ist als die üblichen Kontroll-Analysen. So seien etwa auch erhöhte Werte für Ammonium, Bor und Fluorid festgestellt worden – Stoffe, nach denen üblicherweise gar nicht gesucht werde. Dem Gesundheitsamt will der Nordicker seine Ergebnisse zur Verfügung stellen und hofft auf eine möglichst schnelle Ursachenklärung für die erhöhten Werte.

Konkreter Anlass für die eigene Untersuchung des Trinkwassers war die Ankündigung der HammGas, unter Nordick nach Flözgas zu bohren. Nur in Kenntnis des Ist-Zustands ließen sich später Verschlechterungen nachweisen, betont Holtrup.

Für die Gemeinde unterstrich Fachbereichsleiter van Roje am Dienstag, dass man im Verfahren um die Gasbohrungen in jedem Fall eine Beweissicherung fordere. Es müsse genau dokumentiert werden, welche Wechselbeziehungen zwischen Grund- und Schichtenwasser bestünden, sagte er.

Bekanntlich liegt der vor knapp drei Wochen von HammGas eingereichte Betriebsplan für eine erste so genannte Aufsuchungsbohrung in Nordick derzeit beim Bergamt in Dortmund zur Prüfung. In wenigen Wochen werden die Kommunen die Gelegenheit haben, sich dazu zu äußern.

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