3. Königswürde in Ascheberg

Norbert Rüschenschmidt wird Imperator von Ascheberg

+
Norbert und Marita Rüschenschmidt regieren das Bürgerschützenvolk in Ascheberg als Imperatoren. Der Titel musste eigens für Rüschenschmidt neu geschaffen werden, da dieser sich bereits in den vergangenen Jahren zum König und zum Kaiser geschossen hatte.

Ascheberg – Er zielte nur ein einziges Mal. Doch genau dieser eine Schuss um 19.13 Uhr – er saß. Königsvogel „A-Verrnarr“ flatterte zu Boden und Ex-Kaiser Norbert Rüschenschmidt schrieb Schützengeschichte.

Nach dem ungeplanten Treffer liefen die Drähte in Ascheberg heiß. „Wir haben keinen König, wir haben auch keinen Kaiser“, hieß es seitens der Bürgerschützen. Was sie nun haben? „Nennen wir es Imperator“, gaben Patrick Drees und Dietmar Panske den rettenden Vorschlag. 

Der erste Imperator war perplex

Denn eine Majestät, die dreimal auf den Königsthron steigt, das ist bislang einmalig in Ascheberg. Der erste Imperator jedoch, er war erst einmal perplex. „Der König war geplant, der Kaiser war geplant, aber der Imperator, der war es bis jetzt noch nicht“, gab der 57-Jährige zu. Eine Tat, die eine ganze Palette an Emotionen auslöste. 

Lachen und Tränen: Die neue Majestät schwamm im Wechselbad der Gefühle. Zunächst. Es dauerte, bis er alles realisiert hatte. Das wirft die Frage des richtigen Zeitpunkts auf. Eine Frage, die Schießmeister Franz-Josef „Grobi“ Grobecker bereits vor dem Siegesschuss am späten Nachmittag an der Schützenstange erörterte. 

Norbert und Marita Rüschenschmidt regieren das Bürgerschützenvolk Ascheberg

„Es passt nie und dann hinterher doch“, gab er seine Erfahrungswerte preis. Und offenbar hatte so mancher Schütze eben genau über diese Frage nachgedacht – und es dann dabei belassen. Ein Grund wohl, warum die Königsanwärter nicht unbedingt Schlange an der Vogelstange standen.

Einen echten Kampf um die Königswürde hatte der Imperator nicht auszufechten. Er kam, legte an und traf. Mit dem 256. Schuss um 19.13 Uhr. Erste Reaktion: Ein ungläubiger Blick in Richtung Kugelfang. Aber da oben hing nichts mehr. Der hölzerne Vogel lag am Boden und Norbert Rüschenschmidt konnte es irgendwie nicht fassen. „Ich komme ja nicht oft hier hoch, eigentlich nur dreimal, aber heute ist es das erste Mal, dass ich überrascht bin“, sagte seine Ehefrau Marita, als sie sich wenig später den Weg zur Vogelstange bahnte. 

Geschichtsträchtige Krönung

Zu den ersten Gratulanten zählte Bürgermeister Dr. Bert Risthaus, der ebenfalls einen Volltreffer landete. Denn mit seinem Schuss nahm der erste Bürger dem Königsvogel direkt die bunte Narrenkappe, die Vogelbauer Manfred Reckel ihm aufgesetzt hatte. Danach erst landete Norbert Rüschenschmidt – nur drei Jahre nach seinem Kaiseramt – erneut auf den Schultern seiner Schützenbrüder.

Geplant war das nicht: Imperator Norbert Rüschenschmidt durchlebte ein Wechselbad der Gefühle – und musste sich inmitten der jubelnden Schützenbrüder erst fassen.

Abends im Festzelt wurde die Geschichtsträchtigkeit seiner Krönung noch einmal deutlich, als Patrick Drees und Dietmar Panske zur Königsproklamation schritten. „In 340 Jahren haben wir das noch nicht erlebt, zumindest geben die Geschichtsbücher es nicht her“, so Drees. 

Und erklärte gleich darauf, wann die Amtsbezeichnung „Imperator“ entstanden ist: „Als wir uns zu deiner Kaiserzeit, lieber Nobbi, vor drei Jahren gefragt haben, was passieren würde, wenn du noch einmal den Vogel abschießt.“ Die Bürgerschützen haben nun, wie gesagt, weder einen König, noch einen Kaiser. Es regiert Imperator Norbert Rüschenschmidt mit Ehefrau Marita. Sie übernehmen das Amt, das Birgit Weber so beeindruckend nach dem Tod ihres Mannes Frank weitergeführt hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare