Neues Konzept für den ÖPNV in Ascheberg

Gerade der Schülerverkehr stellt die Verkehrsplaner in Bezug auf den ÖPNV vor große Herausforderungen, denn Schüler können nur gebündelt nach Hause gefahren werden.
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Gerade der Schülerverkehr stellt die Verkehrsplaner in Bezug auf den ÖPNV vor große Herausforderungen, denn Schüler können nur gebündelt nach Hause gefahren werden.

ASCHEBERG - Mobiler, flexibler, unterstützt von moderner Kommunikationstechnik und trotzdem wirtschaftlich - so soll er aussehen, der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in den Städten und Gemeinden der Kreise Coesfeld, Borken und Warendorf. Um sich diesem Ziel anzunähern, soll das ÖPNV-Budget der Gemeinde Ascheberg um 20 000 Euro auf 170 000 Euro aufgestockt werden. Dies empfahl der Wirtschaftsförderungsausschuss am Dienstag einstimmig für die weiteren Beratungen in Finanzausschuss und Rat.

Mit dem Betrag kann beispielsweise ein Projektmanager für Ascheberg finanziert werden, der sich mit den spezifischen Verkehrsbedürfnissen vor Ort befasst.

Angelehnt an das „Olfener Modell“, das der Bürgermeister der Nachbarkommune, Josef Himmelmann, im November vorgestellt hatte, soll so die Grundmobilität der Bevölkerung auf dem Land nicht nur erhalten bleiben, sondern auch optimiert werden.

Inzwischen haben 23 Kommunen, darunter Ascheberg, Interesse angemeldet, den Olfener „Baukausten“ zu übernehmen.

Das Modell der Nachbarkommune sei allerdings kein Allheilmittel, sondern müsse als Prozess entwickelt werden, ließ Gerrit Tranel vom ZVM-Bus die Ausschussmitglieder wissen. Ohne Zuarbeit aus der Verwaltung ginge das auch nicht, machte er klar, dass man mit eigenem Verwaltungsaufwand rechnen müsse.

Den Fachmann vom „Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland - Fachbereich Bus“ und seinen Kollegen Harald Bandt hatte das Fachgremium zu Gast, um sich über das vielschichtige Thema ÖPNV informieren zu lassen.

Der ZVM-Bus organisiert auf Basis der Nahverkehrspläne der Kreise den regionalen Busverkehr. Sinn der Übung: Der Zweckverband soll unabhängig von privaten Busunternehmen sicherstellen, dass die Kunden möglichst schnell, komfortabel und sicher ihre Ziele erreichen.

Aus Sicht des Kreises, so Gerrit Tranel, sei die Verkehrsbedienung im Nahverkehrsplan ausreichend. Er räumte aber auch ein, dass die Wirtschaftlichkeit den Wünschen an ein umfassendes Beförderungsangebot Grenzen setze. „Was hätten wir gerne und was können wir uns leisten?“, sei die Frage. Problematisch sei dabei vor allem, dass die Ausgleichsleistungen für die Beförderungen für Schüler 2011 vom Land auf die Kreise übertragen worden sei. Ergebnis der Neuverteilung: 200 000 Euro weniger Mittel.

Die demographische Entwicklung, eine mobile ältere Bevölkerung, Berufspendler und eine zu erwartende Landflucht in den kommenden Jahren beeinflussen die Anforderungen an öffentliche Nahverkehrspläne ebenso wie eine sich stark verändernde Schullandschaft, sagte Tranel. Je nach pädagogischem Konzept der Schulen und damit verbundenen abweichenden Wünschen an die Taktung der Busse stehen die Verkehrsplaner vor kaum lösbaren Aufgaben. Man könne Schüler eben nur gebündelt nach Hause fahren, mehr könne der ÖPNV nicht leisten, meinte er. - gh

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