Ascheberg macht den Anfang: DRK stockt Rettungswachen nach und nach auf

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So soll die neue Rettungswache einmal aussehen.

Ascheberg - Der Bau der neuen Rettungswache schreitet voran. Damit macht das DRK in Ascheberg nur den Anfang:

Viel Platz, moderne Ausstattung, ein zweiter Rettungswagen und mehr Personal: Wenn die DRK-Rettungswache von der Lüdinghauser Straße in den Neubau an der Herberner Straße umzieht, wird die Truppe sich deutlich verbessern. Das kündigte Christoph Schlütermann, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Coesfeld an. Im Anschluss sollen weitere Standorte im Kreis ähnlich aufgerüstet werden.

Fünf zusätzliche Rettungskräfte

Neben dem vorhandenen Rettungstransportwagen (RTW), der an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr einsatzbereit ist, wird im Neubau ein zweiter RTW stationiert, der täglich zwölf Stunden besetzt sein wird. Dafür stockt das DRK den Stellenplan von 10,5 Rettungskräften um fünf Mitarbeiter auf. Verbesserte Arbeitsbedingungen bringt der aktuellen Qualitätsansprüchen genügende Desinfektionsbereich für die Reinigung der Rettungswagen mit sich. „Die Desinfektion nach Infektionsfahrten kann direkt vor Ort durchgeführt werden, das spart Zeit“, sagte Schlütermann. So sind die Fahrzeuge schneller wieder einsatzbereit. In diesem Zusammenhang forderte der DRK-Kreisvorstand ein Umdenken bei der Materialbevorratung. Zwar gebe es aktuell keinen Engpass an Schutzoveralls, Masken, Brillen und Handschuhen, ohne eine großzügigere Lagerhaltung könne es aber dazu kommen.

Kreis Coesfeld hat rechtzeitig reagiert

Die fünf neuen Stellen sind bereits besetzt. Das sei in der aktuellen Lage alles andere als selbstverständlich. „Es gibt einen Riesenbedarf, der Markt ist sehr knapp“, so Schlütermann. Aber: „Im Kreis Coesfeld hat man frühzeitig die Hausaufgaben gemacht.“ Dafür habe der Kreistag Ende 2018 die Weichen gestellt. Danach wurden Notfallsanitäter in dreijähriger Ausbildung qualifiziert, wie es seit 2014 vorgeschrieben ist. Rettungsassistenten mit zweijähriger Ausbildung konnten eine Ergänzungsprüfung ablegen. Weil die Krankenkassen zunächst die Kostenübernahme verweigerten, habe der Kreis die Finanzierung rechtzeitig im Bedarfsplan verankert. Nun sei der Kreis gut aufgestellt, so der DRK-Chef, in anderen Kreisen sei die Personalsituation durchaus dramatisch. 

Telenotarzt hier interessantes Modell

Nach Ascheberg würden auch in Lüdinghausen, Nottuln, Coesfeld und Dülmen neue Rettungswachen folgen und mit mehr Personal und zusätzlichen Fahrzeugen ausgestattet, kündigte der DRK-Kreisvorstand an. So kämen nach und nach zwischen 30 und 50 neue Mitarbeiter hinzu. Grund für den Kraftakt sind steigende Einsatzzahlen. „Schon jetzt leisten die 150 Rettungskräfte im Kreis jährlich rund 20 000 Einsätze.“ Mit Interesse verfolgt das DRK, dass in NRW künftig auch Telenotärzte zum Einsatz kommen sollen. Über eine integrierte Leitstelle sollen Mediziner per Live-Stream im Rettungswagen zugeschaltet werden und so an der Versorgung der Notfallpatienten mitwirken, ohne selbst von Einsatz zu Einsatz eilen zu müssen. 

Steigende Zahl unnötiger Einsätze

Erfahrungsgemäß müssten Notärzte bei 10 bis 20 Prozent der Einsätze dabei sein, so Schlütermann. Aber es gebe auch viele Einsätze, bei denen für die Patienten keine Lebensgefahr bestehe. Damit werden die Rettungskräfte allein fertig. Wird ein Notarzt über Live-Stream zugeschaltet, kann er mit dem Rettungsteam eine Diagnose stellen und über die Weiterbehandlung entscheiden. Das könne auch die steigende Zahl von Fehlfahrten oder Selbsteinweisungen mindern, die die Rettungskräften bei tatsächlichen Notfällen blockieren.

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