Naturschutzgebiet Davert wächst um 37 Hektar

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Heckrinder – gezüchtete Nachfahren der Auerochsen – werden demnächst in der Davert zu sehen sein. ▪

DAVENSBERG ▪ Den Emmerbach im Bereich Davensberg und einige angrenzende Gebiete hat die Bezirksregierung Münster jetzt in das Vogel- und Naturschutzgebiet „Davert“ aufgenommen.

Damit wächst die Davert um 37 Hektar, denn nicht nur der Gewässerverlauf des Emmerbachs mit seinen Ufer- und Böschungsbereichen, auch weitere Flächen im nördlichen Bereich werden mit der Entscheidung aus Münster unter Schutz gestellt. Die Flächen finden sich von der Unterquerung der Autobahn A1 aus gesehen zu beiden Seiten des Gewässers. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte die Gebiete zum Zwecke des Naturschutzes im Vorfeld bereits erworben.

Gravierende Einwände gegen die Ausweisung als Naturschutzgebiet habe es bei den Trägern öffentlicher Belange und seitens der Bevölkerung nicht gegeben, teilt die Bezirksregierung mit. Die eingegangenen Hinweise und Vorschläge wurden größtenteils berücksichtigt.

Mit der rund 2500 Hektar großen Davert grenzt der Ortsteil Davensberg an das oft naturbelassene Waldgebiet im Münsterland. Die urwüchsige Waldlandschaft ist einzigartiger Bestandteil des europäischen Naturerbes „Natura 2000“. Die langgezogene, vielerorts naturnah bewaldete Flachmulde im zentralen Münsterland ist fraglos ein schützenswertes Kleinod. „Kennzeichnend für die urige Niederung sind ihre Sümpfe, kleinen Moore, Feuchtwiesen, Hecken und großen Eichenwälder“, beschreibt es der NABU Münsterland in seiner Broschüre. Ziel des Projektes Natura 2000 ist es, ein zusammenhängendes europäisches Netz von Schutzgebieten zu schaffen.

Nicht zuletzt, um den parkartigen Charakter zu erhalten, werden schon im Herbst mit Heckrindern und Konikpferden große Weidetiere in der Davert angesiedelt.

Wie berichtet, ist die bevorstehende Rückkehr der freilebenden, urtümlichen Rinder und Pferde ein Gewinn. Nach jahrzehntelanger Abbildzüchtung kommen die heutigen Heckrinder in Aussehen und Verhalten den ausgestorbenen Auerochsen ziemlich nahe. Für naturinteressierte Besucher dürfte die Tierherde, die in dem Naturschutzgebiet den Part von Auerochsen, Waldtarpan und Rothirsch übernehmen sollen, schnell zur Attraktion werden.

Das langfristige Beweidungsprojekt in Regie des NABU beginnt im Oktober mit dem Einsatz der Tiere.

Zur touristischen Begleitung der Maßnahme des im Wettbewerb „Erlebnis NRW“ erfolgreichen Projektes plant der NABU neben der Auflage von Rad- und Wanderkarten unter anderem auch buchbare Programme wie Radtouren und Wanderungen und arbeitet bekanntlich mit Ascheberg Marketing e.V. zusammen. ▪ gh

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