Große Nachfrage nach Wohnraum

Nachverdichtung im Fokus: 48 Grundstücke eignen sich in Herbern

+
An der Altenhammstraße/Ecke Bakenfelder Weg entsteht derzeit ein neues Wohnquartier.

Herbern - Nachverdichtung rückt in Herbern angesichts knapper Wohnbauflächen und großer Nachfrage nach Wohnraum in den Fokus. 48 freie Grundstücke, die sich dafür eigenen würden, gibt es in den Ortsgebieten. Das gab Annette Wex-Niermann, Mitarbeiterin in der Bauverwaltung, im Fachausschuss bekannt. 

Die Ausweisung weiterer Neubaugebiete endet durch den Regionalplan an den Ortsgrenzen. Die 48 Grundstücke befinden sich allesamt im Privatbesitz. Wolle man also Baulücken füllen oder Hinterlandbebauung umsetzen, müsse erst der Eigentümer verkaufsbereit sein, so die Mitarbeiterin. Dass das zu Problemen führen kann, zeigt das Beispiel des Baugebiets Siepen. Vor einigen Jahren hatte die Gemeinde mit Blick auf die dortigen Grundstücke vorgeschlagen, Hinterland-Bebauung zuzulassen. Die Anwohner lehnten dies jedoch ab. 

Anwohner bereiten Probleme

In Herbern gebe es auch südlich der Bergstraße Potenzial zur Nachverdichtung, so Wex-Niermann. Ein 2016 vorgestellter, städtebaulicher Entwurf eines externen Planungsbüros blieb jedoch ohne Resonanz, weil auch hier Grundstückseigner nicht zustimmten. Bei weiteren Potenzialflächen in Herbern gab es ähnliche Probleme. 

Doch nicht immer gehen die Bürger auf die Barrikaden. An der Altenhammstraße/Ecke Bakenfelder Weg entsteht momentan ein neues Wohnquartier, gebaut von H+T Konzeptbau aus Vreden. 

Flächen im Gemeindebesitz kaum vermarktbar

Die Bemühungen um bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum müssen fortgesetzt werden, sagte Ludger Wobbe (CDU). Er riet dazu, Bürgern Angebote für die Grundstücke zu machen. 

Für die Gemeinde sah Fachbereichsleiter Klaus van Roje kaum eigenen Handlungsspielraum, da die wenigen Flächen in Gemeindebesitz kaum zu vermarkten seien. Gleichwohl führe die Gemeinde Gespräche mit Nachbarn, um Optionen auszuloten. Bei Grundstückseigentümern, aber auch bei der Verwaltung gingen wöchentlich viele Nachfragen nach Wohnraum ein. Dies zeige, dass der Bedarf deutlich gestiegen sei. 

Jochen Wismann (FDP) betonte, dass man keinen Einfluss auf private Grundeigentümer habe. Elmar Hammwöhner (SPD) sah dies ähnlich und riet angesichts der Nachfrage dazu, ein neues Baugebiet zu entwickeln. 

Gemeinde will möglicherweise Immobilien kaufen

„Ein Riesenthema in Herbern“, fand auch Frank Holtrup (fraktionslos). Er erkundigte sich, ob die Gemeinde nicht selbst Immobilien kaufen könne. Es gebe diesbezüglich bereits Überlegungen, bestätigte van Roje. Einige davon dürften 2019 als Aufstellungsbeschlüsse auf der Tagesordnung des Fachausschusses landen, so van Roje. 

Die Flächensuche soll nach Herbern auch in Ascheberg und Davensberg folgen. In Ascheberg hätten Unternehmen Interesse signalisiert, Wohnraum zu schaffen, um im Werben um Fachkräfte einen Vorteil zu haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare