Menschenkette

200 Gasbohr-Gegner protestieren am Bohrloch in Herbern

Etwa 200 Menschen demonstrierten am Bohrloch in Herbern gegen unkonventionelle Gasförderung.

Herbern - Auch wenn die Probebohrungen von HammGas in Herbern begonnen haben, protestieren die Gegner der unkonventionellen Gasförderung weiter. Am Sonntag blockierten sie mit einer Menschenkette die Zufahrt zum Bohrturm.

Dabei ging es den Teilnehmern nicht allein darum, ihren Protest gegen die Gasförderung kundzutun. „Wir zeigen auch, dass wir für etwas sind – nämlich für die Energiewende“, betonte Blümer.

Diese Zielsetzung machte sich auch bei der Auswahl der Redner bemerkbar, die zu der kurzen Kundgebung im Vorfeld der Menschenkette gebeten worden waren. „Redner gegen Gasförderung zu bekommen, ist nicht schwer. Wir wollten aber betonten, dass es gangbare Wege und Alternativen zum Gas gibt“, sagte Blümer. Für die Energiewende könne jeder etwas tun. Zum Beispiel den Energieanbieter wechseln.

Dazu rief auch Dirk Hanke von der BIGG Hamm auf. „Unsere Argumente sind ungehört verhallt, darum müssen wir die Energiewende jetzt in die eigene Hand nehmen“, sagte er. Den Energieversorger zu wechseln sei eine gute Möglichkeit. „Die Stadtwerke Hamm, Gesellschafter von HammGas, telefonieren hinter denen her, die zu einem anderen Anbieter wechseln – sagen Sie ihnen, warum Sie wechseln“, forderte er auf.

Protest gegen Gasbohren: Menschenkette am Bohrplatz in Herbern

Ingo Sander von der von der Windenergiegemeinschaft Amecke berichtete, dass der Rat der Stadt Hamm die von ihnen geplante Windenergieanlage abgelehnt habe, während es in derselben Sitzung die Zustimmung zur Probebohrung gab. „Diese Entscheidung ist aus finanziellen Gründen und sehr kurzsichtig getroffen worden“, sagte er. Michael Thon vom FUgE Hamm (Forum für Umwelt und energiegerechte Entwicklung) betonte dagegen, dass sich die Gasförderung nicht einmal rechne.

Der Bundersverband Bürgerinitiativen Umweltschutz ließ in einem Grußwort ausrichten, dass die Gasförderung vor dem Hintergrund der Energieversorgung unnötig sei.

So sahen das auch die Demonstranten. „Wäre die Förderung aus energetischen Gründen notwendig – okay“, sagte einer von ihnen. Das sei aber nicht der Fall. Da er in der Gegend wohne, kämpfe er gegen die Bohrungen. „Ich habe verfolgt, welche Auswirkungen das in den USA hat, von Erdbeben über Gas in den Wasserleitungen. Das will ich hier nicht.“ Optimistisch sei er jedoch nicht. „Solange das Bergrecht nicht geändert wird, ist es schwierig, etwas dagegen auszurichten“, befürchtete er.

Nach der Kundgebung zogen die Demonstranten vom Geländer der Familie Huhn zum Bohrturm. Es waren mehr, als Blümer und seine Mitstreiter gehofft hatten. „Um die 200 sind wir“, schätzte er. „Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden.“

Die Polizei bestätigte am Abend die Zahl von 200 Teilnehmern. Die Demonstration sei aus ihrer Sicht "friedlich und ohne Störungen" verlaufen, hieß es. 

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