Abschied mit Wehmut: Marienschulleiterin geht in den Ruhestand

+
Ulrike Lonsing-Bußkamp, Schulleiterin der Marienschule, verlässt die Grundschule zum 1. Februar. Karneval wird deshalb nicht mehr an ihrer jetzigen Wirkungsstätte feiern.

Herbern - Zum 1. Februar geht die Schulleiterin Ulrike Lonsing-Bußkamp in den Ruhestand. 18 Jahre hat sie die Mariengrundschule geleitet. Mit ihr verlässt auch Konrektorin Hedwig Beermann die Herberner Grundschule.

Sie freue sich auf den vor ihr liegenden Lebensabschnitt, sagt Ulrike Lonsing-Bußkamp. Gleichwohl schwinge beim Abschied aus Herbern auch Wehmut mit. Wehmut, weil sie viel Herzblut in ihre Aufgabe gesteckt habe und ihr die Schüler sehr am Herzen lägen, sagt die scheidende Leiterin der Marienschule. Zum 1. Februar geht die 63-Jährige, wie berichtet, in den Ruhestand. Mit ihr verlässt auch Konrektorin Hedwig Beermann die Herberner Grundschule, die dann zunächst kommissarisch geleitet wird. 

Vor 18 Jahren übernahm Lonsing-Bußkamp die Führungsposition. Damals kam sie von der Katholischen Grundschule in Lüdinghausen, wo sie zehn Jahre lang unterrichtet hatte. Ebenso lang war sie zuvor in Recklinghausen tätig.

Zeit fürs  „persönliche Ehrenamt“

Die Altenhammstraße 46 – sie war das zweite Zuhause der Pädagogin. Lonsing-Bußkamp hat viele, viele Projekte auf den Weg gebracht. In Zukunft will sie viel Zeit in ihr „persönliches Ehrenamt“ stecken, will heißen: Die Familie und ihre Enkelkinder stehen dann an erster Stelle. Ebenfalls möchte sie sich etwas mehr Gelassenheit und Ruhe gönnen und ihren Hobbys nachgehen, dem Golfen, dem Rad fahren und dem Fotografieren. Länger frühstücken – auch das steht auf der To-Do-Liste. Noch ist Lonsing-Bußkamp jeden Schultag ab 7 Uhr präsent – auch, um mit Schülern die großen und kleinen Problem zu besprechen.

„Die sozialen Kontakte werden mir insgesamt fehlen“, sagt Lonsing-Bußkamp. 40 Jahre Schuldienst hätten sie geprägt, den Lehrerberuf würde sie sofort wieder ergreifen. „Das war schon seit der Kindheit mein Traumberuf, und er ist es noch.“

Schulleiterin Ulrike Lonsing-Bußkamp (rechts) geht in den Ruhestand, Stellvertreterin Hedwig Beermann wechselt die Schule.

Die Anforderungen hätten sich im Laufe der Zeit gleichwohl stark verändert, etwa durch die Digitalisierung. „Die Zeit ist kurzlebiger, die Welt der Kinder eine andere“, stellt die 63-jährige fest. Auch die Arbeit einer Schulleitung unterliege dem Wandel. So nehme die Organisation des Schullebens viel Zeit in Anspruch. Gefordert seien Managerqualitäten – etwa, wenn es darum gehe, dass bei Erkrankungen von Lehrern so wenig Schulstunden wie möglich ausfallen.

Zirkusprojekt war persönliche Herausforderung

Eine der größten Herausforderung in all den Jahren sei für sie das Zirkusprojekt gewesen, sagt Lonsing-Bußkamp. „Ich hatte vorher nie einen Bezug zum Zirkus. Dann aber habe ich nur positive Erfahrungen gemacht.“ 2013 und 2017 war das Projekt an der Grundschule durchgeführt worden. Die dritte Auflage in zwei Jahren sei bereits eingestielt. 

Auch den demografischen Wandel hat Lonsing-Bußkamp miterlebt. Als sie im August 2001 die Nachfolge von Heidrun Moor antrat, besuchten 269 Schülerinnen und Schüler die Schule. Die Zahl ist deutlich zurückgegangen. Derzeit liegt sie bei rund 180. 

Auch Konrektorin Hedwig Beermann verlässt die Herberner Grundschule. „Aus persönlichen Gründen“, sagt sie, wobei auch ihr der Abschied nicht leicht falle. Wohin die Reise gehe, stehe noch nicht fest. Ihren Posten bekleidete die 59-Jährige 17 Jahre lang. 

Keine Verabschiedung mit Tamtam

Beermann und Lonsing-Bußkamp hoffen, dass die Schulgemeinschaft nach geplantem Umzug ins benachbarte Schulzentrum einen neuen Wohlfühlort findet. Der „gute Geist“ der Marienschule solle mit hinübergetragen werden ins Gebäude. 

Auf eine Verabschiedung mit viel Tamtam verzichtet die Schulleiterin. Sie wolle in der nächsten Woche durch alle Klassen gehen und sich persönlich von den Kindern verabschieden. Derweil wird die Marienschule ab Februar kommissarisch von einer noch nicht benannten Lehrkraft geleitet, die aus dem Team der Lambertusschule in Ascheberg rekrutiert wird. So hat es die Bezirksregierung arrangiert. Auch auf die Nachbarschaft in der Gemeinde ist Verlass.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare