Männerchor beschließt nach 40 Jahren die Auflösung des Vereins

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Per Handzeichen stimmten die 18 Mitglieder des Männerchores in der letzten Generalversammlung für die Auflösung des Vereins, der vor 40 Jahren gegründet worden war.

Herbern - Zum letzten Mal trafen sich am Montag die 18 verbliebenen Sänger des Herberner Männerchores e.V. zu einer Generalversammlung in der Gaststätte Deitermann. Nach 40 Jahren hat der Männerchor die Notenbücher zugeklappt und seine Auflösung beschlossen.

Gegründet wurde die Chorgemeinschaft von Fritz Eling, Rudi Eidecker, Josef Gesenhoff, Bernhard Hofstätte, Rudolf Klötgen, Hannes Nägeler und Ludger Vienenkötter am 24. August 1978. Er war zu seiner Glanzzeit mehr als 30 Sänger stark. Jetzt sind die Stimmen verstummt. Der Grund sind Überalterung und fehlender Nachwuchs. 

Verbitterung liegt in der Stimme von Norbert Zdahl, der bis zuletzt gemeinsam mit Reinhard Lohmann als Vorsitzender den Chor führte. „Zuletzt waren wir noch ganze 18 Sänger, damit kann sich kein Chor Gehör verschaffen. Schweren Herzens haben wir deswegen die Auflösung beschlossen“, sagte er in der Versammlung. Das Durchschnittsalter der Sänger lag zuletzt bei 75 Jahren. 

Ludger Vienenkötter gab den letzten Jahresbericht.

Ludger Vienenkötter, der seinerzeit den Chor mit gegründet hat, verlas mit Tränen erstickter Stimme den letzten Jahresbericht des Vereins. „Rückblickend kann ich sagen, der Männnerchor war eine tolle Gemeinschaft. Wir haben viel Spaß miteinander gehabt. Unvergessen sind auch die herrlichen Fahrten und Chorkonzerte. Alles ging aber nur, weil wir sehr gute Vorsitzende und Vorstandsmitglieder hatten, die sich für den Verein engagierten.“ Vienenkötter hat alle Höhen und Tiefen des Vereins miterlebt. Insgesamt gab es in all den Jahren fünf Chorleiter. 

Barvermögen für Kitas bestimmt

Bevor der letzte Schritt zur Auflösung des Vereins vollzogen wurde, ging es noch um das Barvermögen, das der Männerchor besitzt. Dieses wird nach der Satzung auf die Kindergärten St. Benedikt und St. Hildegardis verteilt. Da jetzt aber noch ein dritter Kindergarten (Kita Abenteuerland) dazu gekommen ist, war die Überlegung einiger Chormitglieder, mit der Zustimmung des Amtsgerichts, das Geld an drei Kitas zu übertragen. „Wir werden den Wunsch vortragen, was das Amtsgericht dazu sagt, werden wir dann sehen. Ansonsten geht es nur an die beiden Kitas, die es zu dem Zeitpunkt in Herbern gab“, so Reinhard Lohmann.

 Von den 18 anwesenden und stimmberechtigten Mitgliedern wurde um 21.05 Uhr die Auflösung des Chores mit drei Gegenstimmen vollzogen. „Es ist ein Stich ins Herz“, betonte Reinhard Lohmann, der die Wahl durchführte. Als Liquidator war im Vorfeld Hans-Georg Hänel bestimmt worden. Seine Aufgabe besteht darin, das vorhandene Vermögen aufzulisten und Wertgegenstände, wie die Orgel, zu verkaufen. 

Gründung eines Gesangs-Stammtischs

Doch wo ein Ende ist, gibt es auch einen Neuanfang. Einige Chormitglieder wollen einen Gesangs-Stammtisch gründen. Dieser wird einmal im Monat – geplant ist der erste Montag im Monat – ab 19.30 Uhr in der Gastwirtschaft Deitermann stattfinden. Eingeladen sind alle, die Spaß am Singen haben. Ansprechpartner sind Hans-Georg Hänel und Gerd Gesenhoff.

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