Am Eingangsportal der Kirche St. Benedikt

#MachtLichtAn: 30 Frauen setzen Zeichen gegen Missbrauch in der Kirche

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Ein eindrucksvolles Bild: Das Eingangsportal der Kirche St. Benedikt in Herbern wird mit Taschenlampen erhellt. Es ist die symbolische Forderung, Licht in das Dunkel des jahrzehntelangen Missbrauchs in der katholischen Kirche zu bringen.

Herbern - Es ist ungewöhnlich, wenn sich Gläubige an einem Gotteshaus versammeln, ohne es zu betreten. Am Mittwochabend haben sich rund 30 Frauen in St. Benedikt bewusst dazu entschieden – um ein Zeichen zu setzen gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche. 

Die Frauen blieben vor dem Hauptportal stehen und leuchteten bei Einbruch der Dunkelheit die große hölzerne Eingangstür mit Taschenlampen aus. Sie nahmen damit auf Einladung der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Herbern an der bundesweiten Aktion „Macht Licht an“ (#MachtLichtAn) teil. Verbunden mit der Aktion ist die Forderung, den Missbrauchsskandal umfassend aufzuklären und die katholische Kirche strukturell so aufzustellen, dass solch Verbrechen nicht mehr möglich werden. 

"Wollen ein Zeichen setzen"

Symbolisch richteten die Frauen ihre Lampen auf das Dunkel der Kirchentür, um Licht in die Finsternis des jahrzehntelangen Macht-Missbrauchs zu bringen. Angelika Hölscher, Teamsprecherin der kfd, sagte: „Wir haben uns sofort dafür entschieden, an der Aktion teilzunehmen, weil wir ein Zeichen setzen wollen.“ 

In großer Solidarität versammelten sich die Frauen vor der Kirche St. Benedikt. Damit brächten sie auch ihre Wut, ihr enttäuschtes Vertrauen und ihre Zweifel an der Institution Kirche zum Ausdruck, machte Angelika Hölscher deutlich. Brigitte Hölscher, die ebenfalls gekommen war, pflichtete ihr bei: „Es geht uns darum, wachzurütteln und mutig zu sein.“ Mit der Teilnahme an der Aktion verbinde sie auch die Hoffnung, „dass endlich etwas passiert und deutliche Zeichen für Veränderungen gesetzt werden“. 

Unterschriftenliste statt Postkarten

Im Zuge der Aktion stellte der kfd-Bundesverband den Frauengemeinschaften vor Ort auch Postkarten zur Verfügung, die sie ausgefüllt der Deutschen Bischofskonferenz überreichen will. In Herbern trafen diese Karten zu spät ein. Daher brachten die Frauen hier auf einer Unterschriftenliste ihren Protest zum Ausdruck.

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