Landgericht verurteilt Herberner zu Haftstrafe

HERBERN/MÜNSTER ▪ Der Herberner, der sich seit vergangenem Freitag wegen des Handels und Besitzes von Heroin vor dem Landgericht Münster verantworten muss, ist am Morgen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

Der vorsitzende Richter Franz-Joseph Kliegel sah es als erwiesen an, dass der 40-Jährige zwischen dem Frühjahr 2010 und Juni 2011 in neun Fällen mit einer Gesamtmenge von 1080 Gramm Heroin gehandelt hatte. Strafmildernd wirkte sich aus, dass sich der Angeklagte seit Beginn seiner Festnahme geständig zeigte und zur weiteren Aufklärung beitrug, indem er Hintermänner nannte.

Ebenso wurde die eigene Abhängigkeit des Herberners berücksichtigt, auch wenn diese angesichts der „komplizierten Geschäftsabwicklungen über einen längeren Zeitraum“ nicht so erheblich gewesen sein könne, dass von einer verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten auszugehen sei. Hier orientierte sich der Richter am Gutachten einer Sachverständigen, die bereits am ersten Verhandlungstag vor einer Woche befragt worden war.

Zugute gehalten wurde dem Mann außerdem, dass er aus Angst vor Repressalien der beschuldigten Hintermänner in die Justizvollzugsanstalt Aachen verlegt werden musste – weit entfernt von Frau und Kindern.

Dennoch wurden nur vier der neun Heroinlieferungen als minderschwere Fälle eingestuft, da es sich bei den übrigen Lieferungen mit bis zu 90 Gramm Heroinhydrochlorid um erhebliche Mengen gehandelt habe. Laut Gesetz gelten bereits 1,5 Gramm als „nicht geringe Menge“. Hinzu käme, so der vorsitzende Richter, dass der Angeklagte bereits einschlägig vorbestraft sei.

Die Freiheitsstrafe von insgesamt fünf Jahren und sechs Monaten umfasst auch einen Aufenthalt in einer Entziehungsklinik von einem Jahr und drei Monaten. Die Behandlung wurde gewährt, da Richter Kliegel „hinreichende Erfolgsaussichten“ sah. Zum Abschluss der Verhandlung redete er dem angeklagten Familienvater ins Gewissen, diese Chance auch zu nutzen. ▪ cho

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