Jugendliche verrichten Arbeiten für Senioren

„Jung für Alt“: Viel Lob für die Taschengeldbörse in Ascheberg

+
Die Taschengeldbörse soll für generationenübergreifenden Austausch sorgen, wie hier in Solingen. Jugendliche können ein paar Euro dazu verdienen, indem sie Senioren helfen. Das soll es auch in Ascheberg geben.

Ascheberg - Viel Lob aus der Politik gibt’s für das Ansinnen von Seniorenbeirat und OJA, eine sogenannte Taschengeldbörse in der Gemeinde zu etablieren. Die Flyer mit Infos zum Projekt sollen nun in den Geschäften ausgelegt werden, das Angebot selbst soll ein dauerhaftes werden.

Die Idee der Taschengeldbörse ist einfach: Jugendliche verrichten Arbeiten für Senioren, die sich über Unterstützung freuen oder vielleicht darauf angewiesen sind. Für ihren Einsatz erhalten sie dann eine Vergütung, wobei mindestens fünf Euro pro Stunden als Empfehlung gelten. 

Über das Angebot und den Fortschritt des Projekts informierte am Dienstag im Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschuss der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Karl-Heinz Bartsch. Er betonte dabei, dass der Beirat und die OJA (Offene Jugendarbeit Ascheberg) „nur als Vermittler von Dienstleistungen auftreten“ und „keine Garantien übernommen“ würden. Eine rechtliche Beziehung gebe es allenfalls zwischen den Jugendlichen und deren Auftraggebern. Gleichwohl prüfe man, ob man eine gemeinsame Unfallversicherung für alle Tätigen abschließe.

Gartenarbeit, Einkaufsdienste, Hilfe im Haushalt

Die Tätigkeiten, mit denen Jugendliche betraut werden können, müssen ungefährlich und unregelmäßig sein. Dazu zählen etwa Gartenarbeit, Einkaufsdienste, Hilfe im Haushalt, Begleitung bei Freizeitaktivitäten oder das Gassi gehen mit dem Hund. Laut Bartsch werden immer nur einzelne Aufträge vermittelt. 

Was Jugendliche und Auftraggeber möglicherweise darüber hinaus vereinbarten, sei nicht mehr Sache des Vermittlers. Grundsätzlich dürften Heranwachsende ab 14 Jahren laut Gesetz nicht mehr als zwei Stunden täglich und nur bis zu zehn Stunden in der Woche beschäftigt werden. 

Viel Lob aus der Politik

„Ein gutes Gelingen“ wünschte in der Ausschusssitzung SPD-Ratsherr Volker Brümmer den Aktiven und lobte ihren Einsatz. „Ganz toll“ findet das Projekt auch Maria Schulte-Loh (CDU). Es sorge für den Zusammenhalt der Generationen und fördere das gegenseitige Verständnis. Hans-Werner Schlottbohm (UWG) bewertete die Taschengeldbörse mit ihrer Idee „Jung für Alt“ ebenfalls äußerst positiv, arbeitete sich aber am Namen ab. Der sei „irreführend“, meinte er. Tatsächlich habe man lange überlegt, ob die Bezeichnung passend sei, räumte Bartsch ein. Im angrenzenden Ruhrgebiet aber sei Taschengeldbörse ein fester Begriff für solch ein Angebot. 

Temporäre Unterstützung für Senioren durch Jugendliche – die Idee zu diesem Projekt hatte der Seniorenbeirat laut Bartsch bereits von drei Jahren. Beim Partner OJA habe sie dann Ende 2018 „regelrecht Begeisterung ausgelöst“, berichtete er. Die Jugendlichen, so sei ihm gesagt worden, hätten generell eine große Bereitschaft, sich zu engagieren. Wer bei der Taschengeldbörse mitmachen möchte – ob Jobgeber oder -nehmer –, muss sich dort registrieren lassen. Seniorenbeirat und OJA halten ausführliches Info-Material bereit.

Info/Anmeldung 

Interessierte können sich an den Seniorenbeirat oder an die OJA (Offene Jugendarbeit Ascheberg) wenden. 

  • Seniorenbeirat: Tel. 02593/6091230, E-Mail: seniorenbeirat@ascheberg.de, Sprechstunde immer am zweiten Donnerstag im Monat von 10 bis 12 Uhr in Raum E.15 in der Gemeindeverwaltung, Dieningstraße 6. 
  • OJA im Burghof: Tel. 02593/7821, Handy/WhatsApp 0176/47560157, E-Mail: team@oja-ascheberg.de, Lambertus-Kirchplatz 20a.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare