Schnittstelle zwischen Geflüchteten und Behörden

Integrationsmanager für die Gemeinde Ascheberg gesucht

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Der Integrationsmanager soll als Schnittstelle zwischen Ehrenamtlern, Behörden und den Geflüchteten fungieren.

Ascheberg – Bei einem Arbeits- und Integrationsmanager sollen künftig die Fäden für die verstärkte Integration von Geflüchteten zusammenlaufen. An zentraler (Teilzeit-)Stelle in der Verwaltung könne sich der neu einzustellende Mitarbeiter dann von Anfang an um Maßnahmen wie Sprachförderung, Ausbildung und Arbeit kümmern.

Das schlug Fachbereichsleiter Thomas Stohldreier am Dienstag im Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschuss vor. Finanziert werden soll die Stelle aus der Integrationspauschale des Landes NRW. 400000 Euro daraus fließen 2019 und 2020 an die Gemeinde Ascheberg. Mittel, die bis vor kurzem für die inzwischen ausgelaufene Position der Flüchtlingsassistenz aufgewendet wurden, sollten hier einflie- ßen, hieß es weiter.

„Integration über Arbeit funktioniert sehr gut “, bekräftigte Stohldreier dazu am Freitag auf Nachfrage gegenüber dem WA und nannte die Vorteile. So ließen sich Kosten reduzieren und an der zentralen Anlaufstelle fänden beispielsweise auch Arbeitgeber und Ehrenamtler Rat und Unterstützung.

„Wenn Geflüchtete zu uns kommen, wissen wir nicht, welche Talente sie haben und welche Erfahrungen sie mitbringen. Als Gemeinde müssen wir deshalb schauen, dass jemand da ist, der dies in den Blick nimmt“, argumentierte der Fachbereichsleiter im Ausschuss im Sinne einer möglichst passgenauen Herangehensweise. Der Lö- sungsansatz würde zudem ein anderes Problem abmildern, das in unterschiedlichen Zuständigkeiten begründet ist.

Denn während für die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt die Bundesagentur für Arbeit zuständig ist, trägt die Gemeinde die Kostenverantwortung für die Leistungen. „Das bringt keine optimalen Ergebnisse“, stellte er fest.

Sein Lösungsvorschlag lautet deshalb: Die Gemeinde kümmert sich mit eigenem Personal um Arbeitsvermittlung und die Bundesagentur für Arbeit nur noch um die Ausstellung von Praktikumsvereinbarungen und um die Gewährung von Lohnkostenzuschüssen.

Ferner soll der Arbeits- und Integrationsmanager verstärkt mit der Ausländerbehörde zusammenarbeiten. Das bedeutet Unterstützung bei der Rückführung von nicht anerkannten Flüchtlingen und die Überprüfung des Status „geduldeter Flüchtling“. So könne man beispielsweise prüfen, ob bei Kindern mit Schulabschlüssen etwa ein anderer Aufenthaltsstatus möglich sei.

Die neue Teilzeitkraft – angedacht ist zunächst einmal einen halbe Stelle – würde sich also um die Umsetzung integrativer Maßnahmen kümmern. Durch die intensive Betreuung würde erst gar keine Verfestigung von SGB II zugelassen.

Die Idee fand im Ausschuss großen Anklang und wurde einstimmig zur Weiterberatung an den Rat verwiesen. Maria Schulte-Loh (CDU) und Volker Brümmer (SPD) lobten im Sinne des Gremiums neben dem Vorschlag selbst auch dessen engagierte Prä- sentation durch den Fachbereichsleiter Thomas Stohldreier.

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